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08:44 08.02.2018
Das EU-Parlament stimmt über die Abschaffung der Zeitumstellung ab. Quelle: dpa
Brüssel

Wenn das Leben aus dem Takt gerät, hört der Spaß auf. Die Umstellung der Uhren im Frühling und Herbst mag vielleicht technisch eine Kleinigkeit sein, der Organismus aber gerät jedes Mal aus dem Gleichgewicht. Mit teilweise dramatischen Folgen.

Nun mag das nur ein Aspekt der bisherigen Praxis sein, sich immer wieder auf eine neue Zeit einstellen zu sollen – was übrigens viele Urlauber per Fernreisen in weitaus größerem Ausmaß und nur allzu gerne tun. Viel entscheidender ist wohl die Zusammenschau der Erkenntnisse, die Fachleute längst vorgenommen haben: Positive Effekte dieses Rituals sind praktisch nicht erkennbar.

Griff ins Uhrwerk kostet Millionen

Die Geschichte von Energieeinsparungen hat sich ebenso als unsinnig herausgestellt wie andere Versuche, den Wechsel von Sommer- zu Normalzeit und wieder zurück zu begründen. Stattdessen kostet der Griff ans Uhrwerk, sofern es noch um analoge Geräte handelt, etliche Millionen – das beginnt bei Zügen, die plötzlich stehenbleiben oder eine Stunde länger unterwegs sind bis hin zu internationalen Geschäften, bei denen der Partner plötzlich in einer neuen Zeit lebt.

Die Europäische Kommission, die nun bald mit einem Vorschlag kommen wird, dürfte alle Konsequenzen des gemeinsamen Marktes im Auge haben. Und damit bleibt eigentlich nichts anderes denkbar, als die Zeitumstellung endgültig abzuschaffen.

Der positive Effekt des lauen Sommerabends

Doch damit ist die Frage, ob wir nun dauerhaft die normale oder die sommerliche Uhrzeit einführen, noch unbeantwortet. Ein Thema, das sich für innerfamiliäre Diskussion ebenso hervorragend eignet wie für Stammtische.

Dabei halten Fachleute die Herausforderung für im Grunde nicht existent. Denn tatsächlich besteht auch ihrer Meinung nach der wichtigste positive Effekt in jenen langen, lauen Sommerabenden, die uns die bisherige mitteleuropäische Sommerzeit bescheren. Ob die dunkle Jahreszeit noch eine Stunde mehr oder weniger dunkel sei, wäre leicht zu verschmerzen, wird argumentiert.

Am liebsten jeden Tag Sommerzeit

Also gibt es ihn eben doch – den menschlichen Faktor, der sogar unsere Zeit bestimmen könnte. Und dem wir nur allzu gerne die Regie darüber überlassen würden, was unsere Uhren demnächst anzeigen. Die Helligkeit möglichst lange auszunutzen und ihre positive Wirkung auf unseren Biorhythmus zu genießen, mag vielleicht keine messbare, aber ganz sicher eine spürbare Konsequenz einer solchen Zeiteinstufung sein.

Dem Europäischen Parlament sei deshalb – ebenso wie der EU-Kommission in Brüssel – gesagt: Wir wollen die Sommerzeit. Am liebsten jeden Tag.

Von Detlef Drewes/RND

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