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Wirtschaftsboss Ohoven fordert Abschaffung der Erbschaftssteuer

Unternehmer-Verband Wirtschaftsboss Ohoven fordert Abschaffung der Erbschaftssteuer

Die Erbschaftsteuer gehört nach Ansicht von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, komplett abgeschafft. Viele Länder in Europa hätten die Erbschaftsteuer beseitigt. "Wir sollten ihrem Beispiel folgen", sagte Ohoven der Leipziger Volkszeitung.

Verbandschef Mario Ohoven.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Erbschaftsteuer gehört nach Ansicht von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, komplett abgeschafft. Viele Länder in Europa hätten die Erbschaftsteuer beseitigt. "Wir sollten ihrem Beispiel folgen", sagte Ohoven der Leipziger Volkszeitung. Gerecht, einfach und verfassungsrechtlich sauber sei nur die komplette Abschaffung. "Das Geld ist schließlich schon einmal versteuert worden."

Das Aufkommen würde bestenfalls rund fünf Milliarden Euro jährlich betragen, bei Verwaltungskosten von 3,5 Milliarden Euro. "Nebenbei: Was sind die fünf Milliarden Euro im Vergleich zu unseren Verpflichtungen bei der Griechenland-Rettung, die bald 100 Milliarden Euro betragen?", fragte der Verbandspräsident.

Scharf kritisierte Ohoven den von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegten Entwurf der Arbeitsstättenverordnung. "Er bedeutet eine weitere Bevormundung der Unternehmer, etwa weil der Betrieb Heimarbeitsplätze auf ihre Funktionstüchtigkeit prüfen soll, wobei eine Leitfrage ist, ob die Sonne blendet." Die von Nahles geplanten Einschränkungen von Zeitarbeit sowie Werk- und Dienstleistungsverträgen seien ein weiterer "schwerer Eingriff in die unternehmerische Flexibilität".

Die Bürokratiekosten der deutschen Wirtschaft betragen nach Ohovens Angaben heute schon jährlich 30 Milliarden Euro. "Man stelle sich vor, dieses Geld könnte sinnvoll investiert werden", so der Verbandschef.

Hintergrund

Der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft vertritt nach eigenen Angaben etwa 55.000 kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige. Darunter fallen aber auch Kunden, die beim Verband lediglich eine Versicherung abgeschlossen haben. Die Mitgliedschaft ist – im Gegensatz beispielsweise zum Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) – freiwillig.
Als Mittelstand gelten nach dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und weniger als 50 Millionen Euro Umsatzerlös. Die EU zieht die Grenze bei 250 Mitarbeitern.

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