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Nachrichten Politik Wurde Kim Jong Uns Halbbruder vergiftet?
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12:25 15.02.2017
Mordanschlag gegen Kim Jong Uns Halbbruder? Das Fahrzeug des nordkoreanischen Botschafters in Malaysia verlässt die forensischen Abteilung eines Krankenhauses in Kuala Lumpur (Malaysia). Quelle: AP
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Kuala Lumpur

Im Zusammenhang mit dem Tod des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist eine Frau mit vietnamesischem Pass festgenommen worden. Wie die malaysische Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde die Verdächtige am Internationalen Flughafen von Kuala Lumpur gestoppt.

Kims Halbbruder Kim Jong Nam war am Montag in Kuala Lumpur plötzlich krank geworden und gestorben. Der 45-Jährige soll den behandelnden Sanitätern gesagt haben, dass ihn jemand mit einem chemischen Spray besprüht habe. Beobachter spekulierten daraufhin, dass es sich um ein Attentat des nordkoreanischen Geheimdienstes auf den in Ungnade gefallenen Kim gehandelt haben könnte. Vermutet wird, dass er auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur vergiftet wurde.

Waren es Agentinnen aus Nordkorea?

Der Angriff ereignete sich nach einem Bericht der malaysischen Zeitung „The Star“ bereits am Montag um 09.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ). Der Fall wurde aber erst am Dienstag publik. Unterschiedliche Darstellungen gab es darüber, wie Kim Jong Nam überfallen wurde. Offiziell gab es von der Polizei dazu keine Informationen. Die Leiche wurde am Mittwoch zur Obduktion in eine andere Klinik gebracht. Die malaysischen Behörden machten auch keine Angaben, wann das Ergebnis der Obduktion bekanntgegeben werden sollen.

In verschiedenen Berichten hieß es, Kim Jong Nam sei von zwei Frauen – angeblich Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes – ein giftiges Spray ins Gesicht gesprüht worden. Andernorts war davon die Rede, dass ihm ein Tuch mit Gift auf Mund und Nase gedrückt worden sei. Die beiden mutmaßlichen Täterinnen sollen anschließend mit einem Taxi geflohen sein. Klarheit über den genauen Hergang sollen die Aufnahmen der Flughafen-Überwachungskameras bringen.

Kim Jong Nam wurde als Kim Jong Ils Nachfolger gehandelt

Ein Fernsehsender in Südkorea hatte anfangs berichtet, der 45-Jährige sei mit „Giftnadeln“ gestochen worden. Polizeisprecher Dato Abdul Samah sagte zu solchen Berichten nur: „Wir untersuchen die Ursachen des Todes und warten auf das Ergebnis der Obduktion.“ Kim Jong Nam soll sich nach dem Angriff an den Informationsschalter des Flughafens gewandt haben. Wegen heftiger Kopfschmerzen sei er dann zunächst in die Flughafenklinik gebracht worden.

Der 45-Jährige war der älteste Sohn des früheren Diktators Kim Jong Il und wurde früher auch als möglicher Nachfolger gehandelt. Dann fiel er jedoch in Ungnade. Nach dem Tod des Vaters im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong Nam lebte die vergangenen Jahre überwiegend in China und südostasiatischen Ländern.

Südkoreas Geheimdienstchef Lee Byung Ho behauptete vor Abgeordneten in Seoul, dass der Nordkoreaner einem Giftanschlag zum Opfer gefallen sei. Das Regime in Pjöngjang habe seit fünf Jahren versucht, Kim Jong Nam aus dem Weg zu räumen, sagte Lee nach Angaben des Vereinigungsministeriums. Wie genau Kim, der zuletzt unter dem Schutz der chinesischen Regierung gestanden habe, umgekommen sei, sei noch unklar.

Über die möglichen Motive für den mutmaßlichen Anschlag wurde auch in Seoul spekuliert. „Es ist schwierig zu sagen, warum er getötet wurde,“ sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums.

Von RND/dpa/AP

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