Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Zschäpe als „Herrin über Leben und Tod aufgespielt“
Nachrichten Politik Zschäpe als „Herrin über Leben und Tod aufgespielt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 21.11.2017
Die Witwe Elif Kubasik (l) und weitere Angehörige eines der NSU-Opfer trauern am 04.04.2016 in Dortmund. Quelle: dpa
Anzeige
München

Der Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler hat im NSU-Prozess eine lebenslange Freiheitsstrafe für die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe gefordert. Er unterstützte damit am Dienstag die Forderung der Bundesanwaltschaft. Daimagüler sagte in der Fortsetzung seines Plädoyers, seine Mandanten nähmen Zschäpes Entschuldigung nicht an.

Mitangeklagter S. soll Bewährungsstrafe bekommen

Für den mutmaßlichen Waffenbeschaffer Carsten S., der als einziger der fünf Angeklagten im Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) voll geständig war, beantragte Daimagüler eine Bewährungsstrafe. Er verlas dazu ein Statement der Tochter des in Nürnberg erschossenen Ismail Yasar, in dem sie die Entschuldigung von S. annahm. Persönlich äußerte sie sich nicht. Die Bundesanwaltschaft hatte für den Mitangeklagten drei Jahre Jugendstrafe gefordert.

Das Plädoyer ist mehrfach unterbrochen worden

Daimagüler sagte, Zschäpe sei ein vollwertiges Mitglied des NSU gewesen. Sie habe sich als „Herrenmensch“ und „Herrin über Leben und Tod aufgespielt“. „Was haben Sie denn für Deutschland getan?“, fragte Daimagüler die Hauptangeklagte direkt. Daimagüler hatte sein Plädoyer bereits an den beiden vorangegangen Verhandlungstagen begonnen. Sein Vortrag wurde am Dienstag erneut von den Verteidigern unterbrochen.

Angela Merkel habe ihr Versprechen einer Aufklärung nicht eingelöst

Die Witwe des vom NSU ermordeten Dortmunder Kioskbetreibers Mehmet Kubasik hat eine unzureichende Aufklärung des Verbrechens beklagt. „Hier im Prozess sind meine Fragen nicht beantwortet worden“, sagte Elif Kubasik vor dem Münchner Oberlandesgericht. „Warum Mehmet? Warum ein Mord in Dortmund? Gab es Helfer in Dortmund?“, fragte sie. Unklar sei auch, was der Staat über den NSU gewusst habe. Insofern habe Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Versprechen einer umfassenden Aufklärung aus dem Jahr 2012 nicht gehalten. Kubasik griff in ihrem Plädoyer die Hauptangeklagte Beate Zschäpe direkt an: Es sei schwer für sie, den Anblick dieser Frau auszuhalten. Deren Aussage sei „einfach ekelhaft“ gewesen. „Es ist alles Lüge, was sie sagte.“ Auch die Form, wie sich Zschäpe entschuldigt habe, sei verletzend und beleidigend gewesen. „Ich hatte das Gefühl, sie macht sich lustig über uns“, sagte Kubasik.

Von dpa/RND

Innerhalb der AfD gibt es offenbar Pläne, sich schrittweise der CDU und FDP anzunähern. Dies sieht zumindest ein Strategiepapier des Berliner AfD-Vorsitzenden Georg Pazderski vor, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Basis sollen dafür informelle Treffen sein.

21.11.2017

Es ist vorbei. Robert Mugabe hat sich bis zuletzt an die Macht geklammert. Doch ein Militärputsch leitete seinen Niedergang ein. Der Präsident gibt dem Druck von Militär, Parteikollegen, Opposition und Öffentlichkeit nach und stellt sein Amt zur Verfügung. Ein Nachfolger steht schon bereit.

21.11.2017

Vier Wochen lang verhandelten die Parteien, doch eine Jamaika-Koalition kommt nicht zu Stande. Am Dienstag war Bundespräsident am Zuge. Er traf die Spitzen von Grünen und FDP. Doch über die Inhalte der Unterredung schweigen sich alle Beteiligten aus. Derweil werden in der SPD erste Stimmen laut, eine Koalition doch zu erwägen. Alle Entwicklungen vom Dienstag zum Nachlesen.

21.11.2017
Anzeige