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Brisante Mischung: Rechtsextreme und Rocker – NSU-Spuren führen nach Berlin

Brisante Mischung: Rechtsextreme und Rocker – NSU-Spuren führen nach Berlin

In der NSU-Affäre führen Hinweise ins Berliner Rocker-Milieu.Die Bundesanwaltschaft bestätigte den Fall am Samstag. Allerdings hätten die bisherigen Ermittlungen „keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Verbindungen“ zwischen den Rechtsterroristen und dem Rockermilieu ergeben.

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Mitglieder des Rockerclubs Bandidos gehen in Berlin vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten entlang. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Berlin. e Nachrichtenagentur dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte den Fall am Samstag. Allerdings hätten die bisherigen Ermittlungen „keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Verbindungen“ zwischen den Rechtsterroristen und dem Rockermilieu ergeben. Unterdessen gibt es nach dpa-Informationen auch eine DNA-Spur nach Brandenburg.

Bei der Schießerei im Juli waren zwei Bandidos verletzt worden, die Täter konnten entkommen. Als Hintergrund werden heftige Machtkämpfe zwischen Bandidos und Hells Angels vermutet. Beamte stellten eine Patronenhülse mit DNA-Material sicher.

Beim Abgleich mit der bundesweiten DNA-Analyse-Datei (DAD) beim Bundeskriminalamt fanden sich teilweise Übereinstimmungen mit genetischen Spuren an einem Datenträger, der in den Trümmern des gesprengten Hauses des Terrortrios in Zwickau gefunden wurde. Das berichteten am Samstag auch „Spiegel online“ und die „Bild“-Zeitung.

Wegen der schlechten Qualität der Berliner Probe haben die Ermittler aber erhebliche Zweifel. „Nach den der Bundesanwaltschaft und dem Bundeskriminalamt bislang vorliegenden Erkenntnissen sind die wenigen Merkmalsübereinstimmungen nicht als Beleg dafür geeignet, dass die Spuren von ein und derselben Person herrühren“, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler.

Nach einer BKA-internen Bewertung gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass beide Spuren vom gleichen Mann stammen. Weitere Tests sollen Gewissheit bringen.

Nach Informationen von süddeutsche.de soll das Terrortrio sehr wohl Kontakte zu Rockern gehabt haben. Demnach will ein Rechtsanwalt die NSU-Frau Beate Zschäpe im vergangenen Jahr in Erfurt bei einem Prozess gegen Bandidos-Mitglieder gesehen haben. Er sei sogar von ihr angesprochen worden.

Auch der Rechtsextremismus-Experte Bernd Wagner hält Verbindungen zwischen der Zwickauer NSU-Terrorzelle und Rockern für möglich. Es gebe schon „seit vielen, vielen Jahren“ enge Verquickungen zwischen Personen, die sowohl im politischen Rechtsextremismus als auch im Bereich der Rocker-Kriminalität aktiv seien, sagte der Gründer der Aussteiger-Initiative „Exit“ am Samstag im rbb-Inforadio.

Rocker handelten mit Waffen, die auch in der Rechtsextremistenszene Abnehmer fänden, sagte ein Beamter der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist eine problematische Mischung.“

Wie dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr, sollen auch DNA-Spuren aus dem in Eisenach entdeckten Wohnmobil der Terrorzelle Ähnlichkeit mit Spuren eines Fahrzeugdiebstahls in Brandenburg von 2002 haben. Der genaue Fundort und die Hintergründe blieben zunächst unbekannt. Weil der Fall verjährt ist, sollen die Akten bei der Staatsanwaltschaft vernichtet worden sein. Die Ermittlungsbehörde wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen.

Bundesanwaltschaftssprecher Köhler sagte: „Nach den bisherigen Ermittlungen gibt es keine zureichenden Anhaltspunkte dafür, dass die mutmaßlichen ’NSU’-Mitglieder an Fahrzeugdiebstählen beteiligt gewesen sein könnten.“

Die mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich am 4. November 2011 nach einem Banküberfall in Eisenach in ihrem Wohnmobil erschossen, nachdem die Polizei sie entdeckt hatte. Der im vergangenen November aufgeflogenen Terrorzelle werden mindestens zehn Morde angelastet. Getötet wurden neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft und eine Polizistin.

Mundlos und Böhnhardt sind tot, Zschäpe sitzt in Haft. Bevor sie sich der Polizei stellte, hatte sie das Versteck in Zwickau in die Luft gesprengt.

Julian Mieth, dpa

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