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Die Flugbereitschaft der Bundesrepublik - ein sicherer Transporteur

Die Flugbereitschaft der Bundesrepublik - ein sicherer Transporteur

Die Offiziere bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr hören es gar nicht gern, wenn ihr VIP-Transportdienst für den politisch-parlamentarischen Bereich umgangssprachlich als „Fluglinie“ bezeichnet wird.

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Ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr,

Quelle: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Berlin. Man handele lediglich auftragsgemäß und hat furchtbar Angst vor kleinen Geschichten über sich manchmal häufende Pannen. Dabei ist die Regierungs-Airline tatsächlich ein besonders sicheres Teilunternehmen der Bundesluftwaffe.

Auch wenn in den Stunden nach dem jüngsten dramatischen Flugzeugunglück bei Germanwings der eine oder andere Promi-Politiker mit VIP-Flugberechtigung etwas bleicher als sonst von den besonders vielen Flugbewegungen erzählt, die man im Auftrag der Bundesrepublik zu absolvieren habe.

Die weltweite Krisenhäufung macht auch den Vor-Ort-Einsatz deutscher Politiker notwendiger denn je. Pannen ja, bisweilen auch zuhauf, aber ernsthafte Flugunfälle sind Fehlanzeige. So lässt sich die Transportpraxis der Flugbereitschaft in den letzten Jahren bilanzieren. Immerhin brachten es die Regierungsmaschinen im Politik-Auftrag im Jahr 2014 auf rund 3300 Flüge. Zurückgelegt wurden dabei, laut Auskunft der Luftwaffe, über 5,7 Millionen Kilometer. Es handelt sich also tatsächlich wohl um eine der sichersten Airlines, wenn man sie so nennen dürfte.

Durchgeführt wird der aktuelle Flugbetrieb mit acht Airbus-Maschinen, vier kleinen Jets vom Typ Bombardier Global 5000 sowie drei auf leise getrimmten Hubschraubern Cougar AS-532. Seit 1. Februar 1957 erledigt die Flugbereitchaft für die Bundesrepublik ihr besonderes Geschäft. Man begann mit dem einigermaßen geheim klingenden Titel „Erledigung spezieller Aufträge“, angesiedelt im neuen Verteidigungsministerium. Gewartet werden die Maschinen in Kooperation mit den nationalen Zivil-Gesellschaften und mit eigenen Experten. Sollte irgendwann einmal der neue Hauptstadt-Flughafen BER eröffnet werden, dann wird auch der endgültige Umzug der Flugtruppe von Köln/Bonn nach Berlin erfolgen.

Manche empfinden den Flug mit der Luftwaffe im VIP-Gerät als besondere Auszeichnung. Andere stöhnen über amtliche Dienst- und Startzeiten. Neben den fünf obersten Repräsentanten der Republik sind nur noch die Bundesminister, die Partei- und Fraktionschefs, kurzzeitig auch die Kanzlerkandidaten sowie Bundestagsabgeordnete mit ganz besonderem Auftrag flugberechtigt. Flugunfälle mit VIP-Gästen an Bord gab es noch nie und insgesamt lediglich drei ernste Unfälle, weil das Fluggerät auch zu normalen Transporten genutzt wird.

Dagegen kommt es immer wieder vor, dass es in den Kabinen manchmal raucht und dampft, dass Triebwerke nicht so wollen wie sie sollen, oder dass Computer ausfallen oder Wetterradarmelder wegen Nässe den Dienst verweigern. Irgendwann war in all diesen Fällen bisher aber meist ein Ersatzflieger parat oder der Fehler an Bord gefunden und repariert.

Dieter Wonka

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