Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Drei Menschen im Jüdischen Museum von Brüssel erschossen
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Drei Menschen im Jüdischen Museum von Brüssel erschossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:58 24.05.2014
Polizisten riegeln das Jüdische Museum in Brüssel ab. Unterdessen suchen Ermittler nach Spuren. Quelle: dpa
Anzeige
Brüssel

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Abend die Festnahme eines Verdächtigen, der den Tatort mit einem Auto verließ. Die Ermittler fahndeten nach einem weiteren Mann, der zu Fuß flüchtete. Augenzeugen berichteten von einem Mann, der mit einem Rucksack in das Museum kam, um sich schoss und dann die Flucht ergriff.

Auf die Frage von Journalisten, ob es sich um ein antisemitisches Attentat handele, sagte Ministerin Milquet: „Es gibt eine starke Vermutung.“ Aber es sei Sache der Ermittler, dies festzustellen. Sie kündigte verstärkten Polizeischutz für jüdische Einrichtungen an. Der Jüdische Weltkongress (WJC) verurteilte den Anschlag als eine „abscheuliche terroristische Tat“. Diese habe sich klar gegen Juden gerichtet, erklärte WJC-Präsident Ronald Lauder.

Das Museum hatte vor neun Jahren seine Pforten geöffnet. Es hat eine bedeutende Sammlung mit Objekten der jüdischen Tradition. Die Bluttat überschattet die Parlaments-, Regional- und Europawahlen in Belgien, die für den Sonntag geplant sind. Belgiens Außenminister Didier Reynders hielt sich zum Zeitpunkt nach eigenen Angaben etwa 100 Meter entfernt in einem Lokal auf. Reynders sagte der Nachrichtenagentur dpa an Ort und Stelle: „Ich habe mehrere Schüsse gehört. Ich bin zu dem Museum gelaufen und habe im Eingang zwei Menschen liegen sehen. Ich habe die Rettungsdienste und die Polizei angerufen.“ Die Polizei riegelte nach dem Anschlag das Areal um das Museum ab.

Die vom sozialistischen Premier Elio Di Rupo geführte Regierung stellte sich in einer Erklärung hinter die jüdische Gemeinschaft. „Unser Land und alle Belgier, welche Sprache, welchen Ursprung und welchen Glauben sie haben mögen, sind vereint und solidarisch gegenüber einem Angriff in einer jüdischen Kultureinrichtung“, schrieb die Regierung. In den Brüsseler Innenstadt waren zur Tatzeit viele Menschen unterwegs. Auf dem nahe gelegenen Sablon-Platz lief das Brüsseler Jazzmarathon-Festival zunächst weiter, wurde dann aber unterbrochen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der türkischen Polizei in Istanbul ist  ein Mann schwer verletzt worden. Laut Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu wurde das 30-jährige Opfer am Donnerstag verletzt, nachdem die Polizisten mit Molotow-Cocktails beworfen worden waren.

22.05.2014

In der Toilette eines Reisezuges ist in München ein Neugeborenes tot gefunden worden. Der kleine Junge hatte laut Polizeiangaben nach der Geburt noch gelebt; er kam auf gewaltsame Weise ums Leben.

20.05.2014

Drohnen im Polizeidienst sind umstritten - Berlins einziges unbemanntes Mini-Fluggerät soll aber definitiv nicht zum Filmen von Demonstrationen oder einzelnen Menschen eingesetzt werden.

19.05.2014
Anzeige