Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Eichhörnchen unter Strom legt Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof lahm

Eichhörnchen unter Strom legt Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof lahm

Folgenreicher Drahtseilakt eines Eichhörnchens: Mit einer Kletterpartie an der Bahn-Oberleitung hat der übermütige Nager am Montag den Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof teilweise lahmgelegt und für erhebliche Verzögerungen im Zugverkehr gesorgt.

Voriger Artikel
Gefangener auf Freigang hat Heimweh nach Gefängnis
Nächster Artikel
41-Jähriger erschießt laute Nachbarn - lebenslange Haft für Doppelmörder

Ein Eichhörnchen hat den Bahnverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof lahm gelegt.

Quelle: Armin Kühne

Frankfurt/Main. Das Tier hatte sich gegen 7.45 Uhr an der Oberleitung zu schaffen gemacht und dabei einen Kurzschluss ausgelöst, wie ein Bahnsprecher sagte.

Vier Gleise kurz vor dem Hauptbahnhof waren deswegen bis in den Nachmittag hinein nicht befahrbar. Betroffen waren Regional- und Fernzüge aus und in Richtung Darmstadt, Hanau, Mannheim und Fulda. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. Die S-Bahn war von dem Nagerschaden nicht betroffen. Das Eichhörnchen überlebte den Kontakt mit dem Bahnstrom nicht - Bahnmitarbeiter fanden seinen verkohlten Körper unter der beschädigten Oberleitung.

Was war passiert? Das Tier habe die Isolierung „überbrückt“, erklärte ein Bahnsprecher. „Es hat einfach mit einem Teil - dem Schwanz oder was auch immer - den nicht spannungführenden Teil des Masts berührt, und mit dem anderen die Oberleitung“, erklärte er den Vorfall, der sich kurz vor einer Brücke über den Main ereignet hatte. Solche Kurzschlüsse könnten auch durch Vögel mit großen Flügeln ausgelöst werden, wenn sie gleichzeitig mit zwei Oberleitungen in Kontakt kämen. Wie oft Tiere so als „Störfaktor“ auftreten, kann die Bahn nach eigenen Angaben nicht sagen. „Da haben wir keine Statistik“, sagte ein Sprecher.

Am Frankfurter Hauptbahnhof mussten Bahnmitarbeiter zahlreichen Passagieren weiterhelfen, deren Zug nicht vom geplanten Ort abfuhr oder Verspätung hatte. Vor der Information bildete sich eine lange Warteschlange. Und wer bis dorthin gelangt war, hatte mitunter schon eine kleine Odyssee durch den Nahverkehr hinter sich.

So wie der 47-jährige Niederländer Jelle Noorman, der von Heidelberg nach Amsterdam wollte und in Darmstadt in die S-Bahn umsteigen musste. Als er vom Grund der Störung hörte, lachte er. „In den Niederlanden passiert das auch öfter.“ Dort seien aber weniger Eichhörnchen, sondern Blätter die Ursache. Der Übersetzer störte sich nicht weiter an dem Vorfall. Allerdings: Das passe nicht zu seinem Eindruck von der „deutschen Gründlichkeit“. „Ich denke immer, in Deutschland läuft alles perfekt“, flachste er.

Nicht jeden amüsierte der Grund der Störung. „Das darf doch nicht wahr sein“, stöhnte eine 28-Jährige, die von Heidelberg nach Hamburg wollte und nun fürchtete, dass sie den Anschluss in Frankfurt verpasst hat. Ein Eichhörnchen? „Das kann ich mir nicht vorstellen. Das klingt nicht so arg plausibel, oder?“

Der 56-jährige Peter Risel aus dem niedersächsischen Emmerthal hatte da weniger Probleme. „Es ist immer wieder enorm, welche Auswirkungen kleine biologische oder tierische Dinge haben“, sagte der Apotheker. Ganz entspannt zeigte sich die 36-jährige Doreen Schnell, die nach Hamburg wollte. Sie war eine Stunde zu spät dran, ihr Zug aber auch, weswegen sie ihn doch noch erwischte. Nervt die Störung? „Es ist mir total egal, weil ich ein tolles Wochenende gehabt habe.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Weltweit