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Erste MH17-Opfer in die Niederlande gebracht - zwei ukrainische Jets abgeschossen

Erste MH17-Opfer in die Niederlande gebracht - zwei ukrainische Jets abgeschossen

Die ersten der 298 Todesopfer der Flugzeugkatastrophe in der Ukraine sind in die Niederlande gebracht worden. Zwei Militärflugzeuge landeten am Mittwochnachmittag in Eindhoven.

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Ankunft der ersten Todesopfer der Flugzeugkatastrophe in der Ukraine auf dem Flughafen von Eindhoven.

Quelle: Robin Van Lonnkhuijsen

Den Haag/Charkow. Die 40 Särge wurden von König Willem-Alexander, Königin Máxima und Ministerpräsident Mark Rutte und Angehörigen der Opfer empfangen.

Bis Freitag sollen die übrigen bislang geborgenen Leichen von Charkow in der Ukraine in die Niederlande geflogen werden. In einer Kaserne in Hilversum bei Amsterdam beginnt die mühevolle Identifizierung der Toten, an der täglich 75 Gerichtsmediziner arbeiten werden. Im umkämpften Osten der Ukraine schossen prorussische Separatisten am Mittwoch zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe ab.

Bei dem Absturz der Boeing 777-200 der Malaysia Airlines waren am vergangenen Donnerstag 298 Menschen aus zehn Ländern getötet worden, darunter 193 Niederländer. Auch vier Frauen aus Deutschland kamen ums Leben. Die Niederlande empfingen die Toten in tiefer Trauer. Flaggen wehten auf halbmast. Die Regierung hatte erstmals in 50 Jahren einen nationalen Trauertag ausgerufen. Als die Militärtransporter aus den Niederlanden und Australien aufsetzten, blies ein Trompeter einen letzten Gruß. Autos und Bahnen standen still, das Land legte eine Schweigeminute ein.

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Den Haag/Charkow. Die ersten der 298 Todesopfer der Flugzeugkatastrophe in der Ukraine sind in die Niederlande gebracht worden. Zwei Militärflugzeuge landeten am Mittwochnachmittag in Eindhoven. Die 40 Särge wurden von König Willem-Alexander, Königin Máxima und Ministerpräsident Mark Rutte und Angehörigen der Opfer empfangen

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In der Ostukraine dauerten unterdessen die Kämpfe an. Bei Sneschnoje kurz vor der russischen Grenze wurden zwei ukrainische Kampfjets vom Typ Suchoi SU-25 abgeschossen. Die Ukraine warf Russland vor, dass die Raketen von dort abgefeuert worden seien. Nach Rebellenangaben wurde ein Pilot tot gefunden. Bereits am Vortag habe die „Volkswehr“ bei Lugansk zwei Suchoi abgeschossen, erklärte ein Sprecher. Die Aufständischen haben in den vergangenen Wochen mehrere Militärflieger getroffen, auch Kampfjets. Die Ukraine und die westlichen Länder verdächtigen die Separatisten, auch die Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete getroffen zu haben.

Die Ermittlungen nach dieser Katastrophe, die offiziell vom nationalen Sicherheitsrat der Niederlande geleitet werden, gingen an mehreren Orten weiter. Die Flugschreiber der Boeing wurden nach Farnborough in Südengland gebracht. Erste Ergebnisse erwartet der niederländische Rat in einigen Wochen. An der Auswertung sind nach Angaben aus Moskau auch russische Spezialisten beteiligt. In der Ukraine überprüfte der Geheimdienst SBU den Funkverkehr zwischen Flutlotsen am Boden und den MH17-Piloten. Moskau warnte vor einer möglichen Verfälschung des Materials.

Der niederländische Sicherheitsrat forderte dringend sicheren Zugang für Spezialisten zu der Absturzstelle bei dem Ort Grabowo, der von Aufständischen kontrolliert wird. „Zur Zeit gibt es keine Garantie für die Sicherheit der Experten“, hieß es. Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und malaysische Experten untersuchten indes am Mittwoch die Unglücksstelle. Moskau kritisierte, dass die ukrainische Luftwaffe Angriffe in der Nähe fliege. Eigentlich wollten Kiew wie die Separatisten im Umkreis die Waffen schweigen lassen.

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Su-25-Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe.

Quelle: Sergey Popsuevich/Archiv

Die Absturzopfer waren in einem Sonderzug aus dem Rebellengebiet nach Charkow gebracht worden, das von der Kiewer Regierung kontrolliert wird. Unklarheit herrschte jedoch darüber, wie viele Opfer in diesen Kühlwaggons waren. An der Absturzstelle müsse die Suche fortgesetzt werden, forderte der niederländische Forensiker Jan Tuinder. Nach Angaben der Separatisten wie der Kiewer Regierung sind 282 Leichen und 87 Leichenteile geborgen worden. Die Rebellen schlossen aber am Mittwoch nicht aus, dass 16 Leichen noch nicht gefunden worden seien. Für diesen Fall stehe ein weiterer Kühlwaggon bereit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte, wegen der mangelnden Kooperation Russlands in der Ukraine-Krise solle die Europäische Union Wirtschaftssanktionen jetzt schnell verschärfen. Merkel unterstütze die Beschlüsse der EU-Außenminister, erklärte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin für die Kanzlerin, die derzeit im Urlaub ist. Der Kreml zeige wenig Interesse an umfassender Aufklärung des Flugzeugabsturzes. Der US-Geheimdienst hat nach Regierungsangaben bislang keine Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands an dem mutmaßlichen Abschuss. Bisherigen Erkenntnissen zufolge sei die Malaysia-Airlines-Maschine von den Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden, sagten US-Geheimdienstler. Die Rebellen hätten aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt, die in 10.000 Meter Höhe fliegende Zivilmaschine abzuschießen.

Ein ranghoher Separatist erklärte, Spuren am Wrack der Boeing deuteten auf einen Abschuss durch das Luftabwehrsystem „Buk“ hin. Dafür sprächen zum Beispiel Splitterspuren an den Trümmern, sagte der Vizeregierungschef der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin. Er äußerte sich in diesen Zitaten aber nicht dazu, welche Konfliktpartei die Maschine abgeschossen habe.

dpa

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