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Polizeiticker Weltweit Familiendrama in Neuss: Vater soll seine Kinder und Frau erschossen haben
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Familiendrama in Neuss: Vater soll seine Kinder und Frau erschossen haben
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20:18 21.08.2012
Ein als gewalttätig bekannter Familienvater aus Neuss soll seine Frau und seine beiden Kinder erschossen haben. Quelle: dpa
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Neuss

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Er steht unter Verdacht, seine 26 Jahre alte Frau, seine 8-jährige Tochter und den 4-jährigen Sohn getötet zu haben. Der Polizei und dem Jugendamt war der Mann wegen häuslicher Gewalt schon seit längerem bekannt. Das Motiv waren möglicherweise Trennungsabsichten der Frau.

Die Polizei war in den vergangenen zwei Jahren mehrfach nach Gewaltausbrüchen des Mannes in der Wohnung der Familie, das Jugendamt war eingeschaltet.

Verwandte hatten am Wochenende noch mit der Familie das Zuckerfest zum Ende des Ramadan gefeiert. Als sie die Familie am Montagabend besuchen wollten, öffnete niemand, obwohl drinnen der Fernseher lief. Die Angehörigen alarmierten die Polizei, ein Schlüsseldienst öffnete die Tür, die Beamten stießen auf die Leichen der Kinder und der Frau.

Der 35-jährige Ehemann gilt als gefährlich und ist möglicherweise mit einem Revolver oder einer Pistole bewaffnet. „Wir müssen ihn so schnell wie möglich kriegen“, sagte Guido Adler, Leiter der Mordkommission. Ein solches Familiendrama habe er in 16 Berufsjahren noch nicht erlebt. Der Verdächtige wird mit Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags gesucht. Es sei aber nicht ausgeschlossen, das der Tatvorwurf auf Mord ausgeweitet werde, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Obduktionen hatten die Schussverletzungen als Todesursache bestätigt. Die Tatwaffe blieb zunächst verschwunden. Wie der 35-Jährige in den Besitz der Schusswaffe kam, war zunächst unklar.

Vor zwei Jahren war der Mann erstmals aufgefallen, weil er seine Frau geschlagen und ihr gedroht hatte. Die Kinder seien den Erkenntnissen zufolge nicht Opfer von Gewalt geworden und auch nicht vernachlässigt gewesen. Die Wohnung sei sehr gepflegt, die Wohngegend gilt als bürgerlich und ruhig.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Familiendramen bundesweit für Aufsehen gesorgt, darunter drei in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt wurden dabei in NRW in diesem Monat jetzt schon sieben Kinder getötet.

„Gewalt ist in der Regel ein Beziehungsdelikt. Es ist wahrscheinlicher, innerhalb der Familie Gewalt zu erleiden, als das Opfer eines Unbekannten auf der Straße zu werden“, sagte Kriminologe Andreas Ruch von der Universität Bochum. Einen statistisch belastbaren Zusammenhang zwischen den Fällen wie etwa die Ferienzeit sieht der Experte nicht.

Erst Anfang August waren nach einem Wohnungsbrand in Dortmund zwei tote Kinder entdeckt worden, ein drittes starb im Krankenhaus. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 29 Jahre alte Freundin des Vaters die zwei Jungen und ein Mädchen ermordet hat. Knapp eine Woche später hatte ein 27 Jahre alter Mann in Oberhausen einen 8 Jahre alten Jungen mit einem Messer erstochen. Zwei Tage später kam in Essen ein 7-jähriges Mädchen um - seine Mutter soll zuerst das Mädchen und dann sich selbst getötet haben.

Vergangene Woche hatte im oberbayerischen Emmering eine Mutter ihre beiden kleinen Söhne und sich selbst umgebracht. Wenige Tage zuvor hatte im Allgäu ein Familienvater seine 4 und 10 Jahre alten Söhne getötet, dann hatte sich der 44-Jährige an einem Bagger erhängt.

dpa

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