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Geiselnahme in Mali: 80 Geiseln frei – zwei Deutsche sind dabei

Islamistischer Terror Geiselnahme in Mali: 80 Geiseln frei – zwei Deutsche sind dabei

Bei dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako sind mehr als 80 der 170 Geiseln freigekommen. Die Angreifer waren offenbar vor allem an westlichen Geiseln interessiert.

Blick über Bamako in Mali, aufgenommen am 18.03.2013.

Quelle: dpa

Bamako. Bei dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako sind auch zwei Deutsche freigekommen. Dies teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag während einer Afrika-Reise in Sambia mit. Ob sich noch weitere Deutsche in dem Hotel befinden, blieb zunächst unklar. Insgesamt sollen mehr als 80 der 170 Geiseln freigekommen sein. Das sagte ein Beamter des Innenministeriums am Freitag. Die genauen Umstände ihrer Freilassung blieben zunächst unklar. Sicherheitskräfte hatten zuvor mit dem Sturm des Hotel Radisson begonnen. Die bewaffneten Angreifer sollen sich Berichten zufolge in einem oberen Stockwerk des Hotels verschanzt haben.

Zudem hielten die Angreifer auch 30 Angestellte des Radissons in ihrer Gewalt, teilte die Hotelgruppe Rezidor am Freitag mit. Einige seien wieder freigelassen worden, sagte ein Polizeibeamter. Die malischen Sicherheitskräfte begannen, in das Hotel vorzudringen, wie ein Augenzeuge berichtete. Zunächst blieb unklar, ob es bei dem Überfall auch Tote gab. Die Angreifer seien vermutlich Dschihadisten, sagte der Polizeibeamte. Sie ließen jene frei, die das arabische Glaubensbekenntnis aufsagen könnten, und seien vor allem an westlichen Geiseln interessiert, sagte der Beamte.

Das Radisson hat 180 Zimmer. Es ist bei Diplomaten und Geschäftsleuten beliebt und zum Beispiel auch das Hotel für Mitarbeiter der Air France, die nach Bamako kommen. Die französische Fluggesellschaft Air France teilte mit, zwölf ihrer Mitarbeiter, die sich im Hotel aufhielten, seien „herausgeschleust worden und in Sicherheit“. Air France fliegt Bamako einmal täglich an. Der Flug am Freitag wurde den Angaben zufolge gestrichen.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer „Allahu Akbar“ (Gott ist am größten), was den Verdacht eines islamistischen Terroranschlags weiter erhärtet. Es waren Schüsse zu hören. Sicherheitskräfte riegelten das Hotel weiträumig ab.

Ausbildung malischer Streitkräfte

Die US-Botschaft und andere westliche Vertretungen forderten ihre Staatsbürger in Bamako auf, in ihren Häusern zu blieben. In Mali hatten Islamisten und separatistische Tuareg große Gebiete vor allem im Norden des Landes erobert, bevor sie mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt worden waren.

Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Ausbildung der malischen Streitkräfte, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist. Die Bundesregierung erwägt derzeit auch, den Einsatz der Bundeswehr auf den unruhigen Norden auszuweiten. Bundeswehr-Soldaten sind nicht unter den Geiseln im Hotel. „Unser Hauptquartier liegt einige Kilometer von dem Hotel entfernt, alle sind in Sicherheit“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. In Bamako sind aktuell mehr als 50 deutsche Soldaten als Teil der European Training Mission in Mali (EUTM Mali) stationiert. Das Mandat erlaubt den Einsatz von bis zu 350 Soldaten.

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