Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Gericht schickt Berliner Kinderwagen-Brandstifter ins Gefängnis
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Gericht schickt Berliner Kinderwagen-Brandstifter ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:31 30.01.2012
Wochenlang hatte ein Zeitungsbote Kinderwagen in Berliner Hausfluren angezündet. Quelle: dpa
Berlin

Der Berliner sei voll schuldfähig, hieß es. Er müsse aber wegen seiner Depressionsneigung behandelt werden.

Mit ihrem Urteil blieben die Richter unter dem Antrag der Ankläger. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und vier Monate Haft zur Abschreckung anderer beantragt. Der Ankläger nannte als Motiv des 29-Jährigen einen „gewissen Sozialneid auf junge Leute, denen es besser geht“.

Vom 15. Juli bis zu seiner Festnahme am 19. August 2011 hatte der Bote während seiner Touren zehnmal Feuer in Berliner Altbauten gelegt. Die Brände wurden schnell entdeckt und gelöscht. Sie hätten jedoch leicht zu einem Inferno führen können, erklärte der Richter. Drei Kinder und eine Frau mussten mit leichten Rauchgasvergiftungen oder Übelkeit behandelt werden.

Sein Geständnis und seine „schwierige Jugend“ wurden zugunsten des 29-Jährigen gewertet. Im Prozess hatte er erklärt, er schäme sich. „Es tut mir von Herzen Leid“, entschuldigte sich der Mann in seinem Schlusswort bei den Betroffenen. Vor Gericht hatte der Zeitungsbote beteuert, er habe keinerlei Erklärung, warum er gerade Kinderwagen verbrannt habe. Vor der Polizei hatte er neben einer allgemeinen Lebensunzufriedenheit auch Hass auf Schwaben als Motiv genannt.

Ein Polizist hatte zuvor als Zeuge gesagt, der Angeklagte habe die reichen Schwaben dafür verantwortlich gemacht, dass der kleine Mann aus dem Kiez verdrängt werde. Der Verhaftete habe viel geweint. Er sei erschrocken gewesen, was alles hätte passieren können, erinnerte sich der Vernehmer im Prozess. Bei seiner Festnahme sei der Mann völlig abgemagert gewesen.

Möglicherweise habe Neid auf die jungen Leute mit einem sorglosen Leben im Bezirk Prenzlauer Berg eine Rolle gespielt, sagte auch die Gutachterin. Der Angeklagte habe zuletzt zurückzogen gelebt. Er habe gearbeitet und gearbeitet. Sein Geld habe er für Drogen ausgegeben. Der Mann habe sich ruiniert.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unbekannte haben in Ravensburg (Baden-Württemberg) ein Auto in die Luft gesprengt. Durch die Detonation am Samstag wurde das Auto völlig zerstört, teilte die Polizei mit.

28.01.2012

Taucher haben am Samstag ein weiteres Opfer in dem gekenterten Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ gefunden. Sie stießen im überfluteten Bereich des sechsten Decks auf die Leiche einer Frau, teilte der Krisenstab auf der Insel Giglio mit.

28.01.2012

Sieben Holzpenisse, 100 Kondome sowie Schulungsmaterial für den Aufklärungsunterricht sind in Göttingen (Niedersachsen) aus einem abgestellten Auto gestohlen worden.

27.01.2012