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Polizeiticker Weltweit Germanwings-Unglück war kein Unfall: "Co-Pilot hat den Sinkflug bewusst eingeleitet"
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Germanwings-Unglück war kein Unfall: "Co-Pilot hat den Sinkflug bewusst eingeleitet"
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12:58 26.03.2015
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Versehntlich, etwa bei einer Ohnmacht, könne das Manöver nicht eingeleitet werden. Dafür müsse ein Drehschalter betätigt werden.

Robin beruft sich bei seinen Erkentnissen auf die Auswertungen des Stimmrekorders. Zum Zeitpunkt seiner Handlung befand sich der Co-Pilot allein in der Kabine. Der Kapitän hatte kurz zuvor seinen Arbeitsplatz verlassen und war offenbar zur Toilette gegangen. Bei seiner Rückkehr sei die Tür zum Cockpit verschlossen gewesen. Der Kapitän habe, so Robin, versucht, die Tür von außen gewaltsam zu öffnen und habe dagegen gehämmert. Dies sei ihm aber nicht gelungen, weil es sich um einen gepanzerten Durchgang handelte. Der massive Verschluss sei internationaler Standard, um die Mannschaft vor Entführungen zu schützen. Sein Kollege habe sich bewusst geweigert, die Tür zu öffnen. Es handele sich nicht um einen Unfall. "Das war wie ein Landeanflug. In der Nähe gibt es gar keinen Flughafen auf dem ein Airbus landen könnte", erklärten die Ermittler. Der Tower in Marseille habe mehrfach versucht, mit der Maschine Kontakt aufzunehmen, aber keine Antworten erhalten.

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Über die Beweggründe des eingeleiteten Sinkfluges machte Robin keine Angaben. "Ich weiß es nicht", so der Jurist. Der Co-Pilot, der Deutscher war und und nicht unter Terrorismusverdacht stand, habe bis zum Schluss normal geatmet, das bewiesen die Aufzeichnungen. Erst seit 2013 sei er mit der Erfahrung von einigen hundert Flugstunden bei der Airline angestellt gewesen. Robin nannte auch den Namen des Germanwings-Mitarbeiters. Demnach handelt es sich um den 28 Jahre alten Andreas Lubitz aus Montabaur in Rheinland-Pfalz.

Geredet habe der zweite Mann der Fliegercrew nicht. Im gesamten Cockpit sei in den letzten zehn Minuten des Fluges kein Wort mehr gefallen. Die französischen Beamten hoffen nun auf weitere Aufklärung, durch Informationen über das persönliche Umfeld des Mannes.

Die Passagiere hätten erst sehr spät die Situation begriffen. "Wir haben erst in den letzten Momenten die Schreie aus der Kabine gehört", so Robin. Die Angehörigen der Opfer seien über die Erkenntnisse bereits informiert worden. Auch die Familie des Co-Piloten sei vor Ort. "Aber wir haben sie nicht mit den anderen Familien zusammengebracht", berichtete der Staatsanwalt.

LVZ

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