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Gigantischer Prüfungsbetrug schockiert niederländische Schüler

Gigantischer Prüfungsbetrug schockiert niederländische Schüler

An einer Rotterdamer Schule waren 25 Examen gestohlen worden - zehn mehr als vorher angenommen. Der bisher größte Fall dieser Art in den Niederlanden hatte die Gültigkeit der zentralen Abschlussarbeiten von Haupt-, Realschulen und Gymnasien in Frage gestellt.

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(Archivfoto)

Quelle: dpa

Amsterdam. Nach 24 Stunden Zittern konnten nun mehr als 100 000 niederländische Schüler aufatmen: Sie müssen nach einem Betrugsfall ihre Abschlussprüfung nicht wiederholen. Das meldete die Schulbehörde am Mittwochabend.

Der Skandal war am Dienstagabend ans Licht gekommen. Bereits im Mai waren die Examen aus dem Safe einer Rotterdamer Gesamtschule gestohlen worden. Drei 18 und 19 Jahre alte Schüler wurden bislang festgenommen. Sie sollen den Safe geöffnet, die Aufgaben fotografiert und sie danach verkauft haben. Zu den Verdächtigen soll auch der Sohn eines Physiklehrers der Schule gehören. Der Lehrer wurde inzwischen beurlaubt.

Die Prüfungen der rund 150 Schüler dieser Schule wurden ungültig erklärt. Sie müssen die Examen in der kommenden Woche mit neuen Aufgaben wiederholen. Die Schulbehörde schließt nicht aus, dass in einzelnen Fällen auch Prüfungen an anderen Schulen für ungültig erklärt werden.

Angefangen hatte es mit dem Skandal im Mai. Zwei Tage vor dem zentralen Französisch-Examen an Gymnasien kursierten die Aufgaben bereits im Internet. Die Schulbehörde verschob daraufhin die Prüfung um einen Tag. Die Schüler bekamen neue Aufgaben.

Die undichte Stelle war an einer Rotterdamer Gesamtschule. Die Aufgaben lagen zwar sicher im Safe. Doch der Rektor entdeckte, dass der Briefumschlag beschädigt war. Die Staatsanwaltschaft ermittelte und kam den drei verdächtigen Schülern auf die Spur. Auf ihren Handys fand die Polizei schließlich Fotos der Examen. Außer Französisch ging es auch um die Fächer Mathe, Niederländisch, Erdkunde, Geschichte, Englisch und Wirtschaftskunde.

Die Rotterdamer Gesamtschule räumte inzwischen ein, dass bereits 2010 ein Schlüssel zu dem Safe verloren gegangen war. Doch die Schlösser wurden nicht ausgetauscht. Wie die Schüler in den Besitz des Schlüssels gekommen waren, ist unklar.

Vor zwei Wochen hatten mehr als 200 000 niederländische Schüler das schriftliche zentrale Abschlussexamen auf den Haupt-, Realschulen und Gymnasien abgelegt. Bis zum Donnerstag sollten sie eigentlich hören, ob sie bestanden hatten.

Stattdessen herrschte Angst und große Wut, teilte der Schülerverband Laks mit. „Manche hingen heulend am Telefon“, sagte der Vorsitzende Remco Barendregt. Die Telefone bei dem Verband klingelten ständig, auch auf Twitter und Facebook war der Betrug Topthema. „Die Schüler wurden verrückt vom langen Warten,“ sagte der Schülervertreter.

dpa

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