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Junge wegen „Hexerei“ zu Tode gefoltert

Junge wegen „Hexerei“ zu Tode gefoltert

Ein 15 Jahre alter Junge soll in Großbritannien von seiner Schwester und deren Mann zu Tode gefoltert worden sein, weil er angeblich ein „Hexer“ war. Zuvor soll das Paar bereits eine 19-Jährige der Hexerei bezichtigt, sie gequält und ihr die Haare abgeschnitten haben, wurde am Freitag vor Gericht in London bekannt.

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Mit Hammer und Meißel sollen sie auf ihn losgegangen sein: Weil er angeblich ein „Hexer“ war, soll ein Junge in London auf grausamste Weise zu Tode gefoltert worden sein. Angeklagt sind die Schwester des Teenagers und deren Mann. (Symbolfoto)

Quelle: Volkmar Heinz

London. Die beiden 28 Jahre alten Angeklagten bestreiten den Mordvorwurf. Der Mann räumte aber Totschlag und Misshandlung ein und macht eine schizophrene Erkrankung geltend.

Der Mord wurde bereits vor mehr als einem Jahr, zu Weihnachten 2010, in einem Häuserblock im Londoner Osten begangen. Der 15-Jährige sei mit Stöcken, einem Eisenstab sowie mit Hammer und Meißel tagelang traktiert worden. Ihm seien auch Zähne ausgeschlagen worden, heißt es in der Anklage. Letztlich sei der Junge im Bad ertrunken. Die Familie der Angeklagten stamme ursprünglich aus der Demokratischen Republik Kongo, wo der Glaube an den Hexenkult in bestimmten christlichen Kreisen noch lebe.

Laut Anklage hatten die Täter sogar die vier jüngeren Geschwister - zwischen 11 und 22 Jahren alt - gezwungen, bei den Gräueltaten mitzumachen. Es habe sich um „unaussprechliche Grausamkeiten“ gehandelt, sagte Staatsanwalt Brian Altman. Insgesamt zählten die Gerichtsmediziner mehr als 100 Verletzungen an der Leiche des Teenagers. Nach Meinung des Staatsanwaltes handelt es sich um eine Art Exorzismus, die in Afrika „Kindoki“ genannt werde.

Die Kinder, die damals eigentlich in Paris lebten, waren über Weihnachten von den eigenen Eltern in die Ferien zur Schwester nach London geschickt worden. Der Junge soll sogar noch den Vater in Paris angerufen und ihm von der Folter erzählt haben. Der Vater hielt die fast unglaubliche Geschichte jedoch angeblich für Phantasie.

Der Prozess am Londoner Strafgerichtshof Old Bailey wird fortgesetzt.

dpa

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