Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Krawalle und Straßenkämpfe in Athen - Tausende belagern das Parlament
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Krawalle und Straßenkämpfe in Athen - Tausende belagern das Parlament
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 15.06.2011
Griechenland-Urlauber sollten das Stadtzentrum von Athen meiden: Hier liegt auch das Zentrum der Proteste. (Bild: dpa) Quelle: dpa
Anzeige
Athen

Die Lage in Athen spitzte sich dramatisch zu: Am Rande großer Demonstrationen lieferten sich extreme Gruppen in Zentrum der griechischen Hauptstadt Straßenkämpfe mit der Polizei. Vermummte Linksextreme hätten Beamte mit Brandflaschen attackiert, berichtete das Fernsehen. Polizisten setzten Tränengas ein, um Randalierer auseinanderzutreiben.

Die Ausschreitungen in Athen starteten, als Autonome und Rechtsextremisten mit Latten und Schlagstöcken aufeinander losgingen. Die Ausschreitungen fanden am Rande einer großen Demonstration auf dem Syntagma Platz in Athen gegen das harte Sparprogramm der Regierung statt. Viele friedliche Demonstranten verließen daraufhin fluchtartig den Platz vor dem Parlament.

Wegen des Tränengases konnte man im Zentrum Athens nur schwer atmen. Auch vor dem Eingang des Finanzministeriums kam es zu Zusammenstößen von vermummten Autonomen mit der Polizei. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, wie der Rettungsdienst mitteilte.

Ministerpräsident Giorgos Papandreou traf sich am Mittwoch mit Staatspräsident Karolos Papoulias. „Es ist ein historisch kritischer Moment", sagte Papandreou zur Lage in Griechenland. Am Nachmittag wollte sich Papandreou in einer Fernsehansprache an das Volk wenden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET) weiter.

Die Regierung bemüht sich nach Medienberichten um Einwilligung der Opposition zum neuen 78-Milliarden-Sparpaket. Nach noch nicht offiziell bestätigten Informationen soll der Chef der bürgerlichen Oppositionellen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, die Bildung einer Übergangsregierung aus Technokraten vorgeschlagen haben. Diese könnte das Land in den nächsten schwierigen Monaten führen, hieß es.

Rund um den zentralen Syntagma Platz vor dem Parlament in Athen versammelten sich nach Medienschätzungen mehrere Zehntausend Menschen. Demonstranten versuchten, Zufahrtsstraßen zum abgesperrten Parlament zu blockieren. Sie pfiffen Politiker aus. Viele warfen Flaschen und andere Gegenstände. Als einige Demonstranten die Absperrungen zu durchbrechen versuchten, wurde begrenzt Tränengas eingesetzt. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, berichteten Augenzeugen.

Wegen der Streiks fielen Zugverbindungen, Fähren und die Athener Vorstandbahn aus. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken blieben geschlossen. Um die Mittagszeit schlossen auch die Händler für drei Stunden ihre Läden. Die Tourismusbranche sollte darunter nicht direkt leiden, die Fluglotsen nahmen nicht am Streik teil. Touristen sollten jedoch das Stadtzentrum Athens meiden.

Im Parlament war für den Nachmittag eine erste Debatte über das neue Milliarden-Sparprogramm angesetzt. Zu den Streiks hatten die Bewegung der „Empörten Bürger" und die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen.

Die hauptsächlich über das Internet organisierte Bewegung der „Empörten Bürger" veranstaltet seit mehr als 20 Tagen täglich Demonstrationen vor dem Parlament. Die Demonstrationen sollen bis zum Tag der Abstimmung über das Sparprogramm im Parlament am 30. Juni andauern.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine 84 Jahre alte Frau ist am Dienstag bei einem Zusammenstoß mit einem Müllauto in Erfurt lebensgefährlich verletzt worden. Nach ersten Ermittlungen ist der Müllwagen rückwärts aus der Oldenburger Straße gefahren, sagte ein Polizeisprecher.

14.06.2011

Bei der Suche nach der Ursache für den Absturz eines Luftschiffs in Hessen sind die Ermittler einen Schritt weiter. „Es gab einen Aufprall, dann ist Benzin ausgetreten und das hat sich entzündet", sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag über die vorläufigen Untersuchungsergebnisse.

14.06.2011

Drama beim Hessentag: Beim Absturz eines Zeppelins ist am Sonntagabend der 42 Jahre alte Pilot ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Friedberg mitteilte, war das Luftschiff mit vier Insassen auf Werbetour bei einer Festveranstaltung in Oberursel.

13.06.2011
Anzeige