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Künast nach Tweet in der Kritik - "Parlamentarische Klugscheißer"

Künast nach Tweet in der Kritik - "Parlamentarische Klugscheißer"

Renate Künast hat sich noch in der Nacht zu Dienstag bei Twitter zur Attacke im Regionalexpress bei Würzburg geäussert. Die Grüne-Politikerin hinterfragt das Vorgehen der Polizei.

Sorgt für Diskussionen: Renate Künast.

Quelle: dpa

Berlin. Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat nach einer Äußerung zu der mutmaßlich islamistischen Attacke in einem Regionalexpress bei Würzburg heftige Kritik einstecken müssen. Im Onlinedienst Twitter stellte Künast in der Nacht zu Dienstag die Frage, warum der Täter von der Polizei erschossen worden sei. „Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!“, schrieb sie.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der „Saarbrücker Zeitung“, der Vorgang werde von der Staatsanwaltschaft untersucht und dann werde ein Urteil gefällt. „Da brauchen wir die parlamentarischen Klugscheißer überhaupt nicht.“

Es sei unerträglich, wenn Politiker wie Künast erklären würden, wie ein Polizeieinsatz verlaufen müsse, fügte Wendt hinzu. „Wenn Polizisten in der Form angegriffen werden, werden sie sich nicht auf Kung Fu einlassen. Das endet dann bedauerlicherweise manchmal mit dem Tod des Täters, ist aber nicht zu ändern.“

Nach Polizeiangaben hatte ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan am Montagabend Fahrgäste in einem Regionalexpress angegriffen. Bei der Axt- und Messerattacke waren mindestens fünf Menschen schwer verletzt worden, vier davon schwer. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte den Angriff für sich. Im Zimmer des in einer Pflegefamilie untergebrachten Jugendlichen wurde nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) „eine handgemalte IS-Flagge“ gefunden.
Herrmann verteidigte den Schusswaffeneinsatz der Beamten. Dass der junge Mann offenbar während der Flucht noch weitere Menschen angriff, zeige, dass es richtig gewesen sei, ihn aufzuhalten. „Es war dann schon wichtig, den Täter zu stoppen“, sagte Herrmann im ZDF-„Morgenmagazin“.

Künast erntete für ihren Tweet auch Kritik aus den eigenen Reihen. „In so einer Situation können nur die Polizisten entscheiden und beurteilen, wie sie denn damit umzugehen haben“, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, dem Nachrichtensender N24. „Und wir müssen Grundvertrauen haben, dass sie im Zweifelsfalle auch das Richtige tun. Das kann man von weitem nicht beurteilen.“ Künast Äußerung sei „in der Hitze des Gefechts“ entstanden und „nicht besonders geschickt gewesen“, sagte Nouripour.
LVZ

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