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Länderspiel in Hannover abgesagt – Sprengstoffanschlag befürchtet

Nach Hinweisen Länderspiel in Hannover abgesagt – Sprengstoffanschlag befürchtet

Weil die Polizei einen Sprengstoffanschlag mit islamistischem Hintergrund befürchtete, hat sie das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden kurz vor dem Anpfiff abgesagt. Der Absage lagen offenbar Hinweise auf einen drohenden terroristischen Angriff zugrunde.

Das für Dienstagabend anberaumte Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt worden.

Quelle: dpa

Hannover. Weil die Polizei einen Sprengstoffanschlag mit islamistischem Hintergrund befürchtete, hat sie das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden kurz vor dem Anpfiff abgesagt. Der Absage lagen offenbar Hinweise auf einen drohenden terroristischen Angriff zugrunde. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe sprach von einer „konkreten Bedrohungslage für Hannover“. „Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte.“

Die Polizei rief die Menschen in Hannover auf, nach Hause zu gehen und größere Menschenansammlungen – etwa an U-Bahn-Haltestellen – zu meiden. Die Stadtbahnhaltestellen am Aegie, Hauptbahnhof, Kröpcke und Markthalle wurden abgesperrt. Auch das Konzert von Maceo Parker im Pavillon am Raschplatz wurde unter Hinweis auf die Gefährdungslage angesagt.

Das Freundschaftsspiel stand wegen der Terroranschläge am vergangenen Freitag in Paris unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Schon am Nachmittag waren Polizeibeamte mit Maschinenpistolen durch die Stadt gelaufen. Die Kliniken in Hannover hatten sich vorsichtshalber auf einen Großeinsatz vorbereitet. „Wir haben die Notaufnahmen und die Erstversorgungskliniken sensibilisiert“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hinz.

Das für Dienstagabend anberaumte Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt worden.

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Das Länderspiel hatte dennoch als Zeichen gegen den Terror stattfinden sollen. Bei den Pariser Anschlägen mit mindestens 129 Toten hatten islamistischen Terroristen auch im Stade de France ein Blutbad anrichten wollen. Dort hatte die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich gespielt. Die Angreifer gelangten aber nicht ins Stadion. Inzwischen hat sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu den Anschlägen bekannt.

Als die Polizei in Hannover die Menschen gegen 19.15 Uhr nach Hause schickte, waren nur wenige Zuschauer im Stadion. Sie wurden gebeten, das Stadion ruhig, aber zügig zu verlassen. Vor dem Stadion sagte die Polizei per Megafon durch: „Bleiben Sie bitte ruhig, es ist keine Gefahr im Anmarsch. Gehen Sie einfach ganz normal nach Hause.“ Um 19.23 Uhr verbreitete die Polizei dich Nachricht auch beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Das Spiel ist soeben abgesagt worden. Bitte begebt euch zügig, aber ohne Panik nach Hause.“ Rund um das Stadion wurden Autos kontrolliert, es bildeten sich kilometerlange Staus, der Verkehr stand teilweise nahezu still. „Sicherheit geht immer vor. Ich vertraue der Polizei, dass sie hier die richtige Entscheidung getroffen hat“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok.

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Nach den Vorfällen von Paris galt für die Begegnung gegen den WM-Dritten aus den Niederlanden in Hannover die höchste Sicherheitsstufe. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und weitere hochrangige Politiker hatten ihr Kommen angekündigt. Manche von ihnen waren zum Zeitpunkt der Absage bereits im Stadion und wurden ebenfalls wieder herausgeführt. Bundeskanzlerin Angela Merkel war nach Informationen der HAZ gerade erst am Flughafen in Langenhagen gelandet, als es zu der Absage kam. Sie kehrte umgehend nach Berlin zurück.

Die Mannschaft war zum Zeitpunkt der Absage offenbar noch auf dem Weg ins Stadion. Sie befinde sich an einem sicheren Ort, teilte der Deutsche Fußball-Bund gestern Abend mit. Ministerpräsident Stephan Weil hatte am Nachmittag noch erklärt, er sei dem Deutschen Fußball-Bund sehr dankbar, dass das Spiel stattfinde. „Ich finde das wichtig.“ Der Terror habe das Ziel, freie und offene Gesellschaften mit Angst und Schrecken einzuschränken. „Er darf dieses Ziel nicht erreichen.“ Die Hannoveraner setzten mit einer Lichterkette ein Zeichen des Mitgefühls mit den Opfern. Mehrere Tausend Menschen zogen vom Trammplatz in Richtung Stadion, wurden aber am Arthur-Menge-Ufer gestoppt.

Hinweise auf Gefährdung: Bundesinnenminister gab Empfehlung zur Absage

Die Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande geht nach Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf Hinweise auf eine Gefährdung zurück. Der Minister sagte am Dienstagabend bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Hannover, die Maßnahme sei auf seine Empfehlung hin erfolgt.

Die Hinweise auf eine Gefährdung hätten sich im Laufe des frühen Abends so verdichtet, dass sich die Sicherheitsbehörden des Bundes nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschieden hätten, das Spiel abzusagen, sagte de Maizière.

Nach Angaben des niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) gab es in Hannover keine Festnahmen. Es sei auch kein Sprengstoff gefunden worden. Gerüchte, Sprengstoff sei in einem Krankenwagen deponiert worden, ließen «sich bislang nicht bestätigen».

De Maizière betonte, er wolle sich nicht näher zu den Umständen für die Absage des Länderspiels in Hannover äußern. Er bitte um Verständnis, dass er auf die Quelle für die Warnung und das Ausmaß der Gefährdung nicht weiter eingehen wolle. Auf Fragen zu den Hintergründen und Gründen der Absage wollte er nicht eingehen: «Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.»

«Wir alle hatten uns auf das Spiel gefreut», sagte de Maizière weiter. Es habe eine besondere Geste sein sollen. «Umso bitterer ist eine solche Entscheidung, und umso schwerer ist sie uns gefallen.» Der Innenminister fügte hinzu: «Aber in einer solch schwierigen Lage hat im Zweifel der Schutz der Menschen Vorrang. Diesem Zweifel sind wir deswegen heute gefolgt.»

LVZ

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