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Lagerhallenbrand in Ludwigshafen: Qualmwolke verdunkelte den Himmel

Lagerhallenbrand in Ludwigshafen: Qualmwolke verdunkelte den Himmel

Großalarm in Ludwigshafen: Am Samstagmittag hat eine tiefschwarze Qualmwolke den Sommerhimmel verhüllt. Der Rauch zog über den Rhein nach Mannheim in Baden-Württemberg und war selbst von Südhessen aus noch gut zu sehen.

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In Ludwigshafen stand eine 9500 Quadratmeter große Lagerhalle in Flammen, in der Styropor-Granulat lagerte.

Quelle: dpa

Ludwigshafen. „Es sieht aus wie beim Weltuntergang“, berichtete ein Augenzeuge in Ludwigshafen. Sie habe noch nie einen Brand mit derartig viel Rauch gesehen, sagte die Oberbürgermeisterin der rheinland-pfälzischen Stadt, Eva Lohse (CDU).

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Ludwigshafen. Großalarm in Ludwigshafen: Am Samstag hat eine Qualmwolke den Himmel verhüllt. Der Rauch zog über den Rhein nach Mannheim in Baden-Württemberg und war selbst von Südhessen aus noch zu sehen. Ursache war ein Feuer, das in einer Lagerhalle eines Logistik-Unternehmens ausgebrochen war. Die Firma arbeitet für den Chemie-Konzern BASF. Dort lagerten etwa 4800 Tonnen Material, größtenteils Styropor-Granulat, das eigentlich nicht leicht entflammbar ist.

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Ursache des Qualms war ein Feuer, das in einer Lagerhalle eines Logistik-Unternehmens auf der Parkinsel am Rhein ausgebrochen war. Die rund 9500 Quadratmeter große Halle gehört einer Firma, die für den Chemie-Konzern BASF arbeitet. Zum Zeitpunkt des Brandes lagerten dort nach BASF-Angaben etwa 4800 Tonnen Material, größtenteils Styropor-Granulat, das eigentlich nicht leicht entflammbar ist. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Das Feuer entstand nach Angaben der Feuerwehr im Dachbereich und griff dann auf die gesamte Halle über. Glück im Unglück: Der Brand wurde extrem heiß. Dadurch entstand eine Sogwirkung, die den Qualm hoch in die Atmosphäre steigen ließ, wo er vergleichsweise wenig Schaden anrichten konnte. Die Rauchwolke sah zwar dramatisch aus, Schadstoff-Grenzwerte wurden nach Angaben der Stadtverwaltung Ludwigshafen jedoch zu keinem Zeitpunkt überschritten.

Dennoch wurden die Menschen bis nach Südhessen hinein gebeten, Fenster und Türen zu schließen sowie Klimaanlagen auszuschalten. Zudem entschloss sich die Stadt Ludwigshafen, die nördliche Parkinsel zu evakuieren. Rund 2300 Bewohner eines Neubaugebiets mussten ihre Häuser verlassen. Knapp 100 von ihnen nutzten die Notunterkünfte der Stadt, andere kamen bei Verwandten und Bekannten unter, erst am Sonntagvormittag durften sie zurückkehren. Betroffen war auch ein Filmfestival auf der Parkinsel, geplante Vorführungen wurden vorsichtshalber abgesagt.

Wodurch der Großbrand ausgelöst wurde, war auch am Sonntag unklar. Die Ermittler konnten das Gelände zunächst gar nicht betreten: Teile der Halle sind einsturzgefährdet, am Sonntag mussten immer noch Glutnester gelöscht werden. Dass eine Photovoltaik-Anlage das Feuer verursacht habe, sei Spekulation, sagte der Ludwigshafener Feuerwehrchef, Peter Friedrich. Fest stand am Sonntag, dass keine Anwohner oder Beschäftigte zu Schaden kamen. Allerdings wurden zwei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten leicht verletzt.

Bekämpft wurde der Brand sowohl vom Land als auch vom Wasser aus. Allein am Samstag waren 420 Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz. Feuerwehrchef Friedrich sprach von einer „gigantischen Materialschlacht“. Die Umwelt ist offenbar glimpflich davongekommen: Es habe niemals eine Gefährdungslage bestanden, sagte der Ludwigshafener Umweltdezernent, Klaus Dillinger. Die Schadstoffbelastung der Luft sei unter der Nachweisgrenze gewesen, vom Löschwasser seien keine nennenswerten Mengen in den Rhein gelangt.

Dennoch empfahlen Stadt und Gesundheitsamt, Obst und Gemüse, die mit dem Ruß in Kontakt gekommen sind, zu waschen und zu schälen. Eltern sollten ihre Kinder von Spielplätzen fernhalten, in denen Rußpartikel liegen. Und vor dem nächsten Sonnenbad auf der Wiese sollte man am besten den Rasen mähen und den Schnitt entsorgen.

dpa

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