Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leiche in den Alpen entdeckt: Vermisster Leipziger Professor ist offenbar tot

Leiche in den Alpen entdeckt: Vermisster Leipziger Professor ist offenbar tot

Tödlicher Unfall in den Tiroler Alpen: Der Leipziger Sportwissenschaftler Hermann Buhl ist offenbar in der Nähe von Seefeld abgestürzt und ums Leben gekommen.

Voriger Artikel
Medien: Deutsches Ehepaar in Türkei ermordet - Drama im Urlaubsort Alanya
Nächster Artikel
Berichte: Polizei fasst Verdächtigen nach Mord an Leipziger Paar in der Türkei

Hermann Buhl in seiner Dresdner Wohnung im Jahr 2010.

Quelle: Robert Michael

Leipzig. Der 78-Jährige war am 22. März zu einer Wanderung aufgebrochen, kehrte jedoch nie zurück.

Wie jetzt bekannt wurde entdeckte ein Alpinist vergangene Woche Dienstag eine stark verweste Leiche in unwegsamen Waldgebiet auf rund 1700 Meter Höhe. „Viele Umstände sprechen dafür, dass es sich um den vermissten deutschen Arzt handelt“, sagte Alexandra Kinz, Sprecherin der Landespolizeidirektion Tirol gegenüber LVZ-Online. Genauen Aufschluss soll ein DNA-Test bringen. Laut Kinz liegen die Ergebnisse aber erst in einigen Wochen vor.

Buhl machte sich nach jetzigen Erkenntnissen allein an dem Märzsonnabend zur Bergtour auf. „Der Weg war mittelschwer bis schwer“, erklärte Josef Schennach, Leiter der Bergrettung in Seefeld. Weshalb der Deutsche von der Strecke abkam ist bis heute offen. Schennach leitete später die Suchaktion. „Wir waren mit bis zu 40 Männern im Einsatz“, berichtete er. Rund 100 Kilometer Weg suchten sie damals ab.

Aus der Luft hatten die Helfer kaum Sicht. „In dem Abschnitt stehen Bergkiefern“, so Schennach. Erschwerend sei hinzugekommen, dass es inzwischen zu schneien angefangen hatte. Rund ein halber Meter Neuschnee bedeckte den Boden. „Da hätten wir den genauen Unglücksort kennen müssen, um eine Chance zu haben“, so der Bergretter.

Der in Hainsberg bei Freital geborene Buhl war in den 1950er und 60er Jahren ein Weltklasseathlet über 3000 Meter Hindernis. Der DDR-Rekordhalter startete auch bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Ein Sturz im Vorlauf beendete aber den Traum von einer Medaille. Bei den Europameisterschaften zwei Jahre später wurde er Vierter.

php5ym3G420140826142824.jpg

Die Tiroler Alpen bei Seefeld.

Quelle: Gemeinde Seefeld

Seine Karriere musste Buhl 1965 nach einer Verletzung beenden und startete anschließend eine wissenschaftliche Laufbahn. Er studierte Medizin und wurde 1983 zum Professor berufen. Buhl war in Leipzig Direktor des Forschungsinstituts für Körperkultur und Sport (FKS), aus dem später das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften hervorging. Außerdem leitete der Mediziner das Höhenmedizinische Zentrum in Kienbaum, in dem sich die DDR-Spitzensportler auf Titelkämpfe vorbereiteten. Nach 1990 war Buhl zumeist an Universitäten in Westdeutschland tätig.

Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Weltweit

Umfassend absichern – so schützen Sie sich im Alltag! mehr

Malaktion

Die neue XL-Bahn der Leipziger Verkehrsbetriebe ist in Leipzig unterwegs. Im Special sehen Sie Fotos und erfahren alle Neuigkeiten, Termine und Events zur XL. mehr