Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Linken-Politiker in Wismar mit 17 Messerstichen verletzt
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Linken-Politiker in Wismar mit 17 Messerstichen verletzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:20 06.01.2016
Quelle: dpa
Anzeige
Schwerin/Wisma

Bei einer mutmaßlich politisch motivierten Attacke ist im mecklenburgischen Wismar ein Linken-Politiker niedergestochen worden. Nach Angaben des 18-jährigen Verletzten wurde er am Montagabend von drei unbekannten Männern angegriffen und als „schwule Kommunistensau“ beschimpft, wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch sagte. Das Opfer habe erst am Tag darauf über das Internet Anzeige erstattet, so dass die Polizei nicht unmittelbar nach dem Angriff mit der Tätersuche habe beginnen können. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.

Der zum Schweriner Kreisvorstand der Linkspartei gehörende Student erlitt nach Angaben seines Kreisvorsitzenden Peter Brill 17 Stichverletzungen. Laut Polizei konnte er das Krankenhaus aber bereits verlassen. Nach der Schilderung des Kreisvorsitzenden lässt neben den Beschimpfungen auch die Kleidung der Täter darauf schließen, dass diese dem rechtsextremistischen Lager angehören.

Opfer: "Unsere Antwort muss Liebe sein"

Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch forderte intensive Polizeiermittlungen, um die Täter schnell finden und zur Verantwortung ziehen zu können. Das Opfer selbst äußerte in einer in Schwerin verbreiteten Erklärung die Überzeugung, dass auf solche Attacken nicht mit Radikalisierung geantwortet werden dürfe: „Unsere Antwort auf Hass muss Liebe, auf Dummheit Vernunft und auf Gewalt Solidarität sein.“

Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck verurteilte die Attacke aufs Schärfste. "So lange man auf Facebook mit seinem Namen, Wohnort und Geburtsdatum für jeden sichtbar zu Hass und Mord aufrufen kann und von der Staatsanwaltschaft keine Konsequenzen zu befürchten hat, wird sich die rechte Eskalationspirale immer weiter drehen", ssagte Beck. Er warf der AfD und Pegida vor, einen "Resonanzraum" dafür zu schaffen. Von Forderungen der CSU werden dieser als "hinnehmbar legitimiert". Der Hass verlagere sich so "vom Internet auch auf die Straßen". Er forderte daher eine "Deradikalisierungsoffensive".

LVZ

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel steht bis auf Weiteres nicht zur Verfügung.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Silvesternacht sind vor dem Kölner Hauptbahnhof mehrere Frauen sexuell belästigt und angegriffen worden. Oberbürgermeisterin Henriette Reker kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen die Täter an. Politik und soziale Netzwerke reagierten mit Entsetzen.

06.01.2016

In einer Mülltonne in Berlin ist am frühen Sonntagmorgen eine Leiche entdeckt worden. Wie die Polizei mitteilte, gab es im Zusammenhang damit auch eine Festnahme.

03.01.2016

Bereits vor Weihnachten meldete sich eine Iraker wegen eines möglichen Anschlags in München. Sein Bruder nannte später sogar sieben konkrete Namen.

03.01.2016
Anzeige