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Massive Drohung gewaltbereiter Rechtsextremer: Serbien verbietet Gay-Pride-Parade

Massive Drohung gewaltbereiter Rechtsextremer: Serbien verbietet Gay-Pride-Parade

Serbien hat einen für diesen Sonntag geplanten Umzug von Schwulen und Lesben in Belgrad verboten, nachdem rechte Gruppen mit Gewalt gedroht hatten. Die Staats- und Regierungsspitze habe angesichts konkreter Gewaltplanungen von Extremisten gegen die Homosexuellen die Demonstration für die Rechte Homosexueller verboten, berichteten die Medien am Freitag in Belgrad.

Belgrad. Gewaltbereite Radikale hätten umfangreiche Randale in mehreren Stadtteilen Belgrads vorbereitet, meldete der Belgrader TV-Sender B92 unter Berufung auf die Sicherheitskräfte. Sie hätten geplant, die Zentralen der regierenden Parteien ebenso in Brand zu setzen wie die Büros ausländischer Unternehmen. In öffentlichen Parkhäusern sollten darüber hinaus Autoreifen angezündet werden.

„Die Polizei kann aus Sicherheitsgründen die Durchführung solcher Versammlungen nicht unterstützen, weil sie zu Konflikten, Opfern und Blut führen und wir deshalb in ein großes Chaos schlittern", hatte zuvor Innenminister Ivica Dacic das Verbot begründet.

Auf Druck der EU war in Belgrad im letzten Oktober erstmals eine Demonstration von Homosexuellen unter dem Schutz tausender Polizisten erlaubt worden. Rechtsradikale hatten als Antwort Geschäfte in der Innenstadt demoliert und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

Der zweite öffentliche Umzug der Homosexuellen für ihre Anliegen war am Freitag auch vom Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Irinej, scharf verurteilt worden. Es handele sich um eine „Parade der Schande, mit der das menschliche Wertgefühl beschmutzt wird", erläuterte der Patriarch den Standpunkt der Kirche. Wiederholt waren Homosexuelle in Serbien von Politikern als kranke Menschen bezeichnet worden.

dpa

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