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Mindestens ein Deutscher unter Terroropfern von Tunesien

Sousse Mindestens ein Deutscher unter Terroropfern von Tunesien

Der Schock über den Terroranschlag in Tunesien ist groß. Die Strände sind menschenleer, Touristen wollen das Land verlassen. Lange ist unklar, wie viele Deutsche unter den Opfern sind. Am Abend gibt es in Berlin traurige Gewissheit.

Ein bewaffneter Polizist hält Wache am Strand vor dem Touristenhotel, an dem am Freitag bei einem Terrorakt 39 Menschen starben.

Quelle: dpa

Tunis/Berlin/Paris. Unter den 38 Opfern des Terroranschlags in Tunesien ist mindestens ein Deutscher. Wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstagabend in Berlin mitteilte, wurde zudem mindestens eine weitere Deutsche verletzt. Es zudem nicht völlig ausgeschlossen, dass noch einige weitere Deutsche unter den Opfern sind. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministerium dürfte es sich bei der Mehrzahl der Opfer um Briten handeln.

Bei einem Terrorangriff auf ein Strandhotel in der Nähe der Stadt Sousse in Tunesien sind am Freitag (26.06.2015) dutzende Menschen ums Leben gekommen. Fotos: dpa

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Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen. Zu dem Angriff auf das Strandhotel am Mittelmeer bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung hieß es, ein „Soldat des Kalifats“ habe den „abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens“ angegriffen. Der Attentäter war von Sicherheitskräften erschossen worden.   

Tunesiens Regierungschef Habib Essid kündigte an, der Kampf gegen den Terrorismus sei nun nationale Aufgabe. Der nationale Sicherheitsrat beschloss, bis zu 80 Moscheen zu schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Außerdem sollen verdächtige Parteien oder Vereine eventuell aufgelöst werden. „Wir mögen den einen Kampf gewinnen und den anderen Kampf verlieren, aber unser Ziel ist es, den Krieg zu gewinnen“, sagte Essid.

Der Täter von Sousse studierte nach bisherigen Erkenntnissen Elektro-Ingenieurswesen, und zwar in der Stadt Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er hatte am Freitag das Hotel „Imperial Marhaba“ in dem Mittelmeerort überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet.  Der britische Premierminister David Cameron bereitete die Öffentlichkeit auf weitere schlimme Nachrichten aus Tunesien vor. „Viele von denen, die starben, waren Briten“, sagte er im BBC-Fernsehen. Nach Angaben des irischen Außenministeriums ist auch eine Frau aus Irland unter den Opfern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Tunesien in einem Telefonat mit Präsident Beji Caid Essebsi Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will am Montag an den Ort der Terrorattacke reisen. Für Deutschland ergibt sich nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums „nach derzeitigen Erkenntnissen keine weitere Verschärfung der Sicherheitslage“. Die Gefährdung durch Dschihadisten und internationalen Terrorismus sei „unverändert hoch“. In Tunesien droht der Anschlag dem Tourismussektor massiv zu schaden.

Reiseveranstalter bieten ihren Kunden an, kostenlos umbuchen oder stornieren zu können - der Konzern Tui flog in der Nacht zum Samstag bereits die ersten 80 Gäste aus. Das Unternehmen berichtet von aktuell etwa 260 deutschen Urlaubern in Sousse. Britische Anbieter stellten mindestens zehn Flugzeuge bereit, um Tunesien-Touristen nach Hause zu holen.

LVZ

Sousse, Tunesien 35.825603 10.608395
Sousse, Tunesien
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