Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Mindestens ein Deutscher unter Terroropfern von Tunesien
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Mindestens ein Deutscher unter Terroropfern von Tunesien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 27.06.2015
Die Polizei am Terror-Tatort bei Sousse. Quelle: dpa
Anzeige
Tunis/Berlin/Paris

Unter den 38 Opfern des Terroranschlags in Tunesien ist mindestens ein Deutscher. Wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstagabend in Berlin mitteilte, wurde zudem mindestens eine weitere Deutsche verletzt. Es zudem nicht völlig ausgeschlossen, dass noch einige weitere Deutsche unter den Opfern sind. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministerium dürfte es sich bei der Mehrzahl der Opfer um Briten handeln.

Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen. Zu dem Angriff auf das Strandhotel am Mittelmeer bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung hieß es, ein „Soldat des Kalifats“ habe den „abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens“ angegriffen. Der Attentäter war von Sicherheitskräften erschossen worden.   

Tunesiens Regierungschef Habib Essid kündigte an, der Kampf gegen den Terrorismus sei nun nationale Aufgabe. Der nationale Sicherheitsrat beschloss, bis zu 80 Moscheen zu schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Außerdem sollen verdächtige Parteien oder Vereine eventuell aufgelöst werden. „Wir mögen den einen Kampf gewinnen und den anderen Kampf verlieren, aber unser Ziel ist es, den Krieg zu gewinnen“, sagte Essid.

Der Täter von Sousse studierte nach bisherigen Erkenntnissen Elektro-Ingenieurswesen, und zwar in der Stadt Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er hatte am Freitag das Hotel „Imperial Marhaba“ in dem Mittelmeerort überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet.  Der britische Premierminister David Cameron bereitete die Öffentlichkeit auf weitere schlimme Nachrichten aus Tunesien vor. „Viele von denen, die starben, waren Briten“, sagte er im BBC-Fernsehen. Nach Angaben des irischen Außenministeriums ist auch eine Frau aus Irland unter den Opfern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Tunesien in einem Telefonat mit Präsident Beji Caid Essebsi Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will am Montag an den Ort der Terrorattacke reisen. Für Deutschland ergibt sich nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums „nach derzeitigen Erkenntnissen keine weitere Verschärfung der Sicherheitslage“. Die Gefährdung durch Dschihadisten und internationalen Terrorismus sei „unverändert hoch“. In Tunesien droht der Anschlag dem Tourismussektor massiv zu schaden.

Reiseveranstalter bieten ihren Kunden an, kostenlos umbuchen oder stornieren zu können - der Konzern Tui flog in der Nacht zum Samstag bereits die ersten 80 Gäste aus. Das Unternehmen berichtet von aktuell etwa 260 deutschen Urlaubern in Sousse. Britische Anbieter stellten mindestens zehn Flugzeuge bereit, um Tunesien-Touristen nach Hause zu holen.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach der Terrorattacke in einem tunesischen Strandhotel ist die Zahl der Todesopfer auf 37 gestiegen. Das berichtete der tunesische Radiosender Mosaique FM am Freitagabend unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

26.06.2015

Grausamer Fund nach einem neuen Terroranschlag in Frankreich: In der Nähe von Lyon wurde die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Lyon ist eine Partnerstadt Leipzigs. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) drückte daher seinem französischen Amtskollegen sein Mitgefühl aus.

26.06.2015

Im Fall einer getöteten Frau, die vor knapp zwei Wochen in Berlin in einem Koffer entdeckt wurde, haben die Ermittler einen Verdächtigen im Blick. Der Mann südamerikanischer Herkunft ist auf der Flucht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag sagte.

25.06.2015
Anzeige