Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Mutmaßlicher Doppelmörder von Bodenfelde soll oft Mädchen angesprochen haben
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Mutmaßlicher Doppelmörder von Bodenfelde soll oft Mädchen angesprochen haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:37 26.04.2011
Anzeige
Göttingen

Der angeklagte 28-Jährige forderte die Jugendlichen demnach dazu auf, ihn zu begleiten. Diese Annäherungsversuche sollen vor der ersten Tat und auch Tage danach passiert sein. Die Staatsanwaltschaft wirft Jan O. vor, am 15. November im südniedersächsischen Bodenfelde die 14 Jahre alte Nina und fünf Tage später den 13-jährigen Tobias getötet zu haben. Der Mann hat die Morde gestanden.

Eine 15 Jahre alte Zeugin sagte am Dienstag im Gericht: „Ich habe ihn als sehr liebenswerten netten Menschen kennengelernt.“ Er habe sie nach Hause gebracht, beim Abschied umarmt und in einer SMS geschrieben, dass er sie liebe. „Das hat mich sehr verwundert.“ Danach habe sie ihn noch fünfmal getroffen. „Wir haben gequatscht, es ist nichts passiert.“

Zwischen den Zeugenvernehmungen wurden Protokolle der richterlichen Vernehmung verlesen, in denen Jan O. detailliert die beiden Morde geschildert hatte. So habe er Nina, nachdem er sie am Hals in den Wald geschleppt hatte, erst mit einer Bierflasche niedergeschlagen. Ein Messer habe er nicht dabei gehabt. Er habe ihr die Kehle mit einer Scherbe durchschnitten. Es sei auch nicht richtig, dass er den 13-Jährigen, der fünf Tage später bei der Leiche aufgetaucht sei, für ein Mädchen gehalten habe. Der Junge habe ihn total erschreckt. „Von ihm wollte ich nichts Sexuelles. Ich dachte nur, dass er die Tote gesehen hat, da hab’ ich einfach zugestochen.“ Eigentlich sei er an dem Tag nur an den Tatort gekommen, weil er die Leiche des Mädchens in einen Abwasserschacht werfen wollte.

Alle Zeugen sagten aus, dass Jan O. ständig eine Bierflasche in der Hand und mehrere in der Jacke hatte. Er habe jedoch nie einen betrunkenen Eindruck gemacht. Auch ein 36-Jähriger sagte im Zeugenstand aus. Er hatte mit dem Angeklagten zusammen eine Therapie gemacht und ihn kurz vor der Tötung des Mädchens vor dem Bahnhof in Bodenfelde getroffen. Der Zeuge wunderte sich nach eigener Aussage damals, ihn in Freiheit zu sehen: „Ich dachte, er ist wegen einer Brandstiftung in Haft. Auf mich wirkte er verwahrlost mit seinen kaputten Schuhen und seiner dünnen Jacke. Er schien orientierungslos, ziellos und ein bisschen traurig.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einem Unfall im Freizeitpark Disneyland Paris sind am Ostermontag fünf Menschen verletzt worden. Bei einer der Fahr-Attraktionen hatte sich ein Stück aus Fiberglas und Holz gelöst und war auf einen mit 25 Insassen besetzten Waggon gefallen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Abend.

25.04.2011

Die Terrororganisation Al-Kaida wollte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 angeblich den Londoner Großflughafen Heathrow angreifen. Ein Selbstmordkommando sollte ein Verkehrsflugzeug nach dem Start in seine Gewalt bringen und auf den Terminal stürzen lassen.

25.04.2011

Innerhalb von 18 Stunden sind am Osterwochenende in Berlin erneut zwei Menschen an verschiedenen Orten gewalttätig überfallen und schwer verletzt worden. Nach dem brutalen Angriff auf einen 29 Jahre alten Mann im U-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße in der Nacht zu Samstag stellten sich die beiden 18-jährigen Täter freiwillig der Polizei.

24.04.2011
Anzeige