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Mutmaßlicher Doppelmörder von Bodenfelde soll oft Mädchen angesprochen haben

Mutmaßlicher Doppelmörder von Bodenfelde soll oft Mädchen angesprochen haben

Der mutmaßliche Doppelmörder von Bodenfelde hat vor und nach der ersten Tat immer wieder versucht, junge Mädchen anzusprechen. Jan O. habe ihnen Bier und Zigaretten angeboten, sagten Zeuginnen am Dienstag vor dem Landgericht Göttingen.

Göttingen. Der angeklagte 28-Jährige forderte die Jugendlichen demnach dazu auf, ihn zu begleiten. Diese Annäherungsversuche sollen vor der ersten Tat und auch Tage danach passiert sein. Die Staatsanwaltschaft wirft Jan O. vor, am 15. November im südniedersächsischen Bodenfelde die 14 Jahre alte Nina und fünf Tage später den 13-jährigen Tobias getötet zu haben. Der Mann hat die Morde gestanden.

Eine 15 Jahre alte Zeugin sagte am Dienstag im Gericht: „Ich habe ihn als sehr liebenswerten netten Menschen kennengelernt.“ Er habe sie nach Hause gebracht, beim Abschied umarmt und in einer SMS geschrieben, dass er sie liebe. „Das hat mich sehr verwundert.“ Danach habe sie ihn noch fünfmal getroffen. „Wir haben gequatscht, es ist nichts passiert.“

Zwischen den Zeugenvernehmungen wurden Protokolle der richterlichen Vernehmung verlesen, in denen Jan O. detailliert die beiden Morde geschildert hatte. So habe er Nina, nachdem er sie am Hals in den Wald geschleppt hatte, erst mit einer Bierflasche niedergeschlagen. Ein Messer habe er nicht dabei gehabt. Er habe ihr die Kehle mit einer Scherbe durchschnitten. Es sei auch nicht richtig, dass er den 13-Jährigen, der fünf Tage später bei der Leiche aufgetaucht sei, für ein Mädchen gehalten habe. Der Junge habe ihn total erschreckt. „Von ihm wollte ich nichts Sexuelles. Ich dachte nur, dass er die Tote gesehen hat, da hab’ ich einfach zugestochen.“ Eigentlich sei er an dem Tag nur an den Tatort gekommen, weil er die Leiche des Mädchens in einen Abwasserschacht werfen wollte.

Alle Zeugen sagten aus, dass Jan O. ständig eine Bierflasche in der Hand und mehrere in der Jacke hatte. Er habe jedoch nie einen betrunkenen Eindruck gemacht. Auch ein 36-Jähriger sagte im Zeugenstand aus. Er hatte mit dem Angeklagten zusammen eine Therapie gemacht und ihn kurz vor der Tötung des Mädchens vor dem Bahnhof in Bodenfelde getroffen. Der Zeuge wunderte sich nach eigener Aussage damals, ihn in Freiheit zu sehen: „Ich dachte, er ist wegen einer Brandstiftung in Haft. Auf mich wirkte er verwahrlost mit seinen kaputten Schuhen und seiner dünnen Jacke. Er schien orientierungslos, ziellos und ein bisschen traurig.“

dpa

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