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Polizeiticker Weltweit Nach Mädchenmord in Emden ermittelt Polizei wegen Lynchaufrufen im Internet
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Nach Mädchenmord in Emden ermittelt Polizei wegen Lynchaufrufen im Internet
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11:18 31.03.2012
Ein Mann geht durch das City Parkhaus am Wasserturm in Emden: Standbild aus einem von der Polizei veröffentlichten Video. Foto: Polizei Emden Quelle: dpa
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Emden

„Dazu werden wir keine Angaben machen“, sagte Polizeisprecherin Angelika Grüter. Sie ließ auch offen, ob am Wochenende mit weiteren Aktionen der Ermittler zu rechnen sei.

Am Freitag war der bisher Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck sagte, der 17 Jahre alte Berufsschüler aus Emden sei durch neue Fakten als Täter ausgeschlossen worden.

Welche Erkenntnisse den Verdacht entkräfteten, dazu wollten aber weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Stellung nehmen. Polizeisprecherin Grüter sagte auf die Frage, ob der Abgleich der DNA-Spuren vom Tatort dafür ausschlaggebend gewesen sei: „Das kann die Polizei weder bestätigen noch dementieren.“ Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, dass der Vergleich von Tatortspuren mit der DNA des bisher Beschuldigten keine Übereinstimmung gebracht habe.

Emden. Nach dem Mord an der kleinen Lena in Emden laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Eine Polizeisprecherin wollte am Freitagabend zunächst nicht sagen, ob die Ermittler einen neuen Tatverdächtigen im Visier haben. Nach der Freilassung eines 17-Jährigen geht die Polizei nun auch gegen die Urheber von Lynchaufrufen im Internet vor.
Nach der Freilassung des Verdächtigen geht die Polizei nun auch gegen die Urheber von Lynchaufrufen im Internet vor. Gegen einen 18-Jährigen aus Ostfriesland wurde deswegen ein Verfahren eingeleitet, sagte Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck am Freitagabend in der NDR-Fernsehsendung „Hallo Niedersachsen“. Der junge Mann habe Hetzparolen im Netz gegen den zu Unrecht Verdächtigten veröffentlicht.

Die Festnahme des 17-Jährigen war über das soziale Netzwerk Facebook schnell verbreitet worden. Danach waren Hassparolen im Internet aufgetaucht, eine aufgebrachte Menschenmenge war vor die Polizeistation in Emden gezogen.

Kritik am Vorgehen der Sicherheitsbehörden

Unterdessen wird die Kritik an den Sicherheitsbehörden im Mordfall Lena wird immer lauter. Die Staatsanwaltschaft sei mit den Sachverhalten zu offensiv an die Öffentlichkeit gegangen, sagte der Berliner Strafrechtsprofessor Martin Heger in der „Welt“. Der Fall aus Emden zeige, dass dies Unschuldigen schaden könne. Die Polizei hatte nur wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod der elfjährigen Lena einen 17-jährigen Berufsschüler als Tatverdächtigen verhaftet. Am Freitag wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen, weil kein Tatverdacht mehr gegen ihn besteht.

Heger forderte die Behörden auf, zur Rehabilitierung des zu Unrecht inhaftierten Jungen ebenso massiv an die Öffentlichkeit zu gehen. „Die Staatsanwaltschaft hat nun eine Pflicht zur Offenlegung der Entlastungsgründe - auch unter Inkaufnahme der Gefährdung des Untersuchungszwecks.“

Die elfjährige Lena war am Samstag vor einer Woche tot in einem Parkhaus in Emden entdeckt worden.

dpa

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