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Nach Raubüberfall auf Pokerturnier in Berlin: Haftstrafe für Drahtzieher

Nach Raubüberfall auf Pokerturnier in Berlin: Haftstrafe für Drahtzieher

Einer der Drahtzieher des Berliner Pokerraubs ist zu sechs Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den Familienvater am Dienstag des schweren Raubes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

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Einer der Drahtzieher des Berliner Pokerraubs ist zu sechs Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Berlin. Bei dem Überfall auf das Pokerturnier in einem Berliner Luxushotel im März 2010 hatte der Angeklagte die Räuber instruiert und später das Fluchtauto gesteuert. „Er hat den vier Jungs die Drecksarbeit überlassen“, hatte Ankläger Sjors Kamstra in seinem Plädoyer vor einer Woche kritisiert. Mit dem Strafmaß ist das Gericht seinem Antrag gefolgt.

Die von der Verteidigung beantragte Haftverschonung bis zum Antritt der eigentlichen Strafe gewährten die Richter wegen möglicher Fluchtgefahr nicht. Einen konkreten Strafantrag hatten die Anwälte des Mannes gar nicht gestellt, sondern nur eine deutlich geringere Strafe als die von der Staatsanwaltschaft beantragte gefordert. Der Angeklagte sprach vom größten Fehler seines Lebens. „Ich bereue sehr“, beteuerte er wenige Minuten vor dem Urteil.

Die damals 19 bis 21 Jahre alten Räuber waren schon wenige Wochen nach dem Überfall in einem eigenen Prozess zu Jugendstrafen von bis zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Bewaffnet mit Schreckschusswaffe und Machete hatte das Quartett laut schreiend Deutschlands größtes Pokerturnier am Potsdamer Platz gestürmt. Berge von Geld lagen offen im Tresor. Die Räuber erbeuteten 242 000 Euro.

Das Geld wurde in einer Garage aufgeteilt. Der Großteil der Beute ist bis heute verschwunden. Der nun verurteilte 30-Jährige hatte während des Prozesses seinen Anteil von 22 000 Euro zurückgegeben und sich auch bei den Männern entschuldigt, die bei dem Überfall verletzt worden waren. Er zahlte den drei Opfern insgesamt 1500 Euro Schmerzensgeld.

Diese Wiedergutmachung und das Geständnis, das er ablegte, werteten die Richter strafmildernd. Berücksichtigt wurde auch, dass er Angaben zu anderen Beteiligten gemacht hat. Der Name des Mannes, der mutmaßlich als Tippgeber fungiert hatte, fiel in der knapp 30 Minuten dauernden Urteilsbegründung nicht. Sein Prozess läuft noch.

Mit dem 32-Jährigen hatte der jetzt Verurteilte bis vor wenigen Wochen noch gemeinsam auf der Anklagebank gesessen. Das Gericht hatte das Verfahren gegen ihn dann aber abgetrennt. Der 32-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Er hatte selber am Turnier teilgenommen und war ausgeschieden. Nach Überzeugung von Ankläger Kamstra war er frustriert und wollte sich das Geld durch den Überfall beschaffen.

dpa

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