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Polizeiticker Weltweit Nazi-Verbrechen: Laszlo Csatary leugnet weiter alle Vorwürfe
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Nazi-Verbrechen: Laszlo Csatary leugnet weiter alle Vorwürfe
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21:43 31.07.2012
Laszlo Csatary verlässt das Büro eines Ermittlers in Budapest. Quelle: Bea Kallos
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Budapest

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt der 97-jährigen Csatary, 1944 als Polizeichef im damals ungarisch besetzten slowakischen Kosice (ungarisch Kassa) eine Schlüsselrolle bei der Deportation von  15 700 Juden in Nazi-Vernichtungslager gespielt zu haben. Er habe die jüdischen Gefangenen zudem grausam gequält. Erst am 18. Juli war Csatary nach langem Drängen des Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrums erstmals von der ungarischen Staatsanwaltschaft vehört worden. Er steht seither in Budapest unter Hausarrest.

Csatarys Anwalt erklärte weiter, sein Mandant habe niemals Dokumente in der Eigenschaft als Ghettokommandant unterschrieben. Es sei nicht bewiesen, dass entsprechende Dokumente, die vor kurzem in slowakischen Archiven gefunden wurden, tatsächlich Csatarys Unterschrift trügen. Csatary habe zudem geleugnet, Gefangene misshandelt zu haben. Zeugen, die ihm dies vorwerfen, hätten seinen Mandanten möglicherweise mit jemandem verwechselt, sagte der Anwalt.

Auch die Slowakei will Csatary vor Gericht stellen, verlangte Justizminister Tomas Borec am Montag in Bratislava. Ungarns Justizministerium erklärte dazu, darüber müsse das Budapester Gericht entscheiden. Dazu müsse aber zunächst ein internationaler Haftbefehl aus der Slowakei eintreffen. Csatary war am 8. Juni 1948 in Abwesenheit in Kosice zum Tode verurteilt worden. Nach dem Krieg war er nach Kanada geflohen. 1996 hatte ihm Kanada die Staatsbürgerschaft entzogen, nachdem dort seine Nazi-Vergangenheit publik wurde. Er kehrte daraufhin nach Budapest zurück und lebte dort unbehelligt bis Mitte Juli dieses Jahres.

Der ungarische Experte für internationales Recht, Adam Gellert, verlangte am Dienstag Aufklärung darüber, warum die ungarischen Behörden nicht viel früher gegen Csatary vorgegangen sind. Sein Fall sei schließlich vor der Jahrtausendwende in Kanadas Medien breit veröffentlicht worden, schrieb Gellert am Dienstag in der ungarischen Tageszeitung „Nepszabadsag“.

dpa

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