Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Neonazi-Terror in Berlin? - Polizei überprüft Mord an Kioskbesitzer im Jahr 2000

Neonazi-Terror in Berlin? - Polizei überprüft Mord an Kioskbesitzer im Jahr 2000

Vor fast zwölf Jahren wurde in Berlin-Wedding ein Jugoslawe in seinem Zeitungskiosk brutal ermordet. Nun beschäftigt der Fall erneut die Ermittler: Die Tat erinnert an das Vorgehen der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle.

Voriger Artikel
„Erschöpft und unendlich traurig“ - Suche nach Katharina eingestellt
Nächster Artikel
Schlagerstar Jürgen Drews wird Opfer eines Wohnungseinbruchs

Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln - Symbol der Neonazis. (Archivbild)

Quelle: dpa

Berlin/Zwickau. Am 17. März 2000 war der 51-Jährige in seinem Zeitungsladen in der Eulerstraße mit gezielten Kopfschüssen getötet worden. „Es wurde damals in alle Richtungen ermittelt", sagte Polizeisprecher Frank Millert am Dienstag der dpa. „Anhaltspunkte für einen rechtsextremen Hintergrund gab es nicht." Der „Tagesspiegel" hatte zuvor schon über die Parallelen berichtet. Am Montag hatte Berlins Vizepolizeipräsidentin Margarete Koppers berichtet, dass bei den Ermittlungen zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) 63 ungeklärte Tötungsdelikte zwischen 1998 und 2011 festgestellt worden seien. Bei einem Fall könnte womöglich ein Zusammenhang zu der Terrorzelle bestehen, sagte sie im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Konkrete Anhaltspunkte gebe es bislang nicht, dennoch ermittle das Bundeskriminalamt (BKA) auch in diesem Fall.„Das heißt aber nicht, dass unsere Prüfung der 63 ungeklärten Todesfälle endgültig abgeschlossen ist", sagte Polizeisprecher Millert. „Es könnte sein, dass bei einer weiteren Sichtung mit veränderten Indikatoren noch weitere als das bislang im Raster gebliebene Tötungsdelikt genauer überprüft werden könnten."Die Tat aus dem Jahr 2000 war dem Landeskriminalamt nach der neuerlichen Überprüfung ungeklärter Mordfälle aufgefallen, nachdem das Zwickauer Neonazi-Terrortrio im November aufgeflogen war. Die Terrorgruppe war 1998 untergetaucht und soll zwischen 2000 und 2007 neun Einwanderer aus der Türkei und Griechenland sowie eine deutsche Polizistin mit Kopfschüssen ermordet haben.Mit Blick auf 226 ungelöste Banküberfälle im betreffenden Zeitraum läuft derzeit auch eine Anfrage der Berliner Polizei beim BKA. Dabei geht es darum, welche Taten das BKA der Terrorgruppe bereits konkret zuweist. Mit diesen Informationen könnten sich womöglich auch in Berlin neue Spuren ergeben, hatte Koppers im Innenausschuss gesagt.Geprüft werden auch weiterhin drei Sprengstoffanschläge auf jüdische Einrichtungen in Berlin - darunter zwei aus dem Jahr 1998 auf das Grab des einstigen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski. 2002 beschädigte ein Sprengkörper den Eingang des Jüdischen Friedhofs in Charlottenburg.Derzeit sitzt die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Gruppe gegründet und mehrere Morde und Banküberfälle geplant und begangen zu haben. Beide Männer sind tot.

Julian Mieth, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Weltweit
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

Malaktion

Die neue XL-Bahn der Leipziger Verkehrsbetriebe ist in Leipzig unterwegs. Im Special sehen Sie Fotos und erfahren alle Neuigkeiten, Termine und Events zur XL. mehr