Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Neonazi-Terror in Berlin? - Polizei überprüft Mord an Kioskbesitzer im Jahr 2000
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Neonazi-Terror in Berlin? - Polizei überprüft Mord an Kioskbesitzer im Jahr 2000
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:21 10.01.2012
Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln - Symbol der Neonazis. (Archivbild) Quelle: dpa
Anzeige
Berlin/Zwickau

Am 17. März 2000 war der 51-Jährige in seinem Zeitungsladen in der Eulerstraße mit gezielten Kopfschüssen getötet worden. „Es wurde damals in alle Richtungen ermittelt", sagte Polizeisprecher Frank Millert am Dienstag der dpa. „Anhaltspunkte für einen rechtsextremen Hintergrund gab es nicht." Der „Tagesspiegel" hatte zuvor schon über die Parallelen berichtet. Am Montag hatte Berlins Vizepolizeipräsidentin Margarete Koppers berichtet, dass bei den Ermittlungen zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) 63 ungeklärte Tötungsdelikte zwischen 1998 und 2011 festgestellt worden seien. Bei einem Fall könnte womöglich ein Zusammenhang zu der Terrorzelle bestehen, sagte sie im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Konkrete Anhaltspunkte gebe es bislang nicht, dennoch ermittle das Bundeskriminalamt (BKA) auch in diesem Fall.„Das heißt aber nicht, dass unsere Prüfung der 63 ungeklärten Todesfälle endgültig abgeschlossen ist", sagte Polizeisprecher Millert. „Es könnte sein, dass bei einer weiteren Sichtung mit veränderten Indikatoren noch weitere als das bislang im Raster gebliebene Tötungsdelikt genauer überprüft werden könnten."Die Tat aus dem Jahr 2000 war dem Landeskriminalamt nach der neuerlichen Überprüfung ungeklärter Mordfälle aufgefallen, nachdem das Zwickauer Neonazi-Terrortrio im November aufgeflogen war. Die Terrorgruppe war 1998 untergetaucht und soll zwischen 2000 und 2007 neun Einwanderer aus der Türkei und Griechenland sowie eine deutsche Polizistin mit Kopfschüssen ermordet haben.Mit Blick auf 226 ungelöste Banküberfälle im betreffenden Zeitraum läuft derzeit auch eine Anfrage der Berliner Polizei beim BKA. Dabei geht es darum, welche Taten das BKA der Terrorgruppe bereits konkret zuweist. Mit diesen Informationen könnten sich womöglich auch in Berlin neue Spuren ergeben, hatte Koppers im Innenausschuss gesagt.Geprüft werden auch weiterhin drei Sprengstoffanschläge auf jüdische Einrichtungen in Berlin - darunter zwei aus dem Jahr 1998 auf das Grab des einstigen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski. 2002 beschädigte ein Sprengkörper den Eingang des Jüdischen Friedhofs in Charlottenburg.Derzeit sitzt die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Gruppe gegründet und mehrere Morde und Banküberfälle geplant und begangen zu haben. Beide Männer sind tot.

Julian Mieth, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Gang über die Steilufertreppe am Kap Arkona auf der Insel Rügen war für die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag besonders schwer. Der größte Wunsch der Männer war es, die verschüttete Katharina zu finden.

08.01.2012

Es ist das tragische Ende eines Sonntagsspaziergangs. Am Unfallort liegen Trümmer, ein menschlicher Körper liegt zugedeckt neben einem völlig zerstörten Auto.

08.01.2012

Ein Zehnjähriger hat im Südosten Londons zwei Lehrerinnen krankenhausreif geschlagen. Wie Scotland Yard am Samstagmorgen berichtete, ging der Junge in einer Schule in Orpington auf die beiden über 50 Jahre alten Frauen los.

08.01.2012
Anzeige