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Polizeiaktion beendet: Kein Sprengstoff gefunden - Attentäter will sich öffentlich äußern

Polizeiaktion beendet: Kein Sprengstoff gefunden - Attentäter will sich öffentlich äußern

Oslo. Die Osloer Polizei hat ihren bewaffneten Einsatz am Sonntag beendet. Nach Angaben der Online-Ausgabe der Zeitung „VG“ wurde bei der Durchsuchung eines Hauses im östlichen Teil von Norwegens Hauptstadt nicht der dort vermutete Sprengstoff gefunden.

Sechs vorübergehend festgenommene Personen seien wieder auf freiem Fuß, hieß es weiter.

Spezialeinheiten der norwegischen Polizei hatten den Einsatz im Osten der Hauptstadt Oslo durchgeführt. Starke Einsatzkräfte in schusssicheren Westen und mit Helmen riegelten ein Haus im östlichen Oslo hermetisch ab. Der Einsatzleiter wollte Journalisten gegenüber zunächst keine Angaben über den Hintergrund und das Ziel machen.

Als unsicher gilt immer noch, ob der rechtsradikale Norweger Anders B. Breivik die beiden Anschläge mit fast hundert Toten alleine ausgeführt hat. Er behauptet dies.

Die Polizeiaktion wurde in Gang gesetzt, während sich im Osloer Dom Überlebende der Anschläge, Angehörige von Opfern und die Königsfamilie sowie die norwegische Regierung zu einem Trauergottesdienst versammelten.

Opferzahl nach Anschlägen steigt

Die Zahl der Toten stieg am Sonntag auf mindestens 93. Wie der TV-Sender NRK berichtete, starb ein Schwerverletzter vom Massaker auf der Fjordinsel Utøya am Sonntag im Osloer Ullevål-Krankenhaus. Auf der Insel hatte der Festgenommene am Freitag mit einem Schnellfeuergewehr und einer Pistole Jagd auf Jugendliche gemacht und mindestens 86 getötet.

Bei der Explosion einer von ihm vorher im Osloer Regierungsviertel platzierten Autobombe starben mindestens sieben Menschen. Nach Polizeiangaben vom Sonntag werden in den betroffenen Osloer Gebäuden noch weitere Tote vermutet.

Im Tyrifjord rund um die Insel Utøya suchten Spezialisten am Sonntag nach fünf Vermissten. Es galt als wahrscheinlich, dass sie bei der Flucht vor dem wild schießenden Attentäter im Fjord ertrunken sind.

Ein Polizeisprecher gab die Zahl der schwer oder lebensgefährlich Verletzten im Osloer Ullevål-Krankenhaus mit zehn oder elf an. Insgesamt hätten die Ärzte nach den beiden Anschlägen knapp 100 Verletzte behandelt.

Attentäter will sich öffentlich äußern: „Propagandaphase“

Unterdessen kündigte der rechtsradikale Norweger Anders B. Breivik an, sich bei einem Hafttermin öffentlich äußern zu wollen. Das kündigte sein Anwalt Geir Lippestad am Sonntag im TV-Sender NRK an. Sein Mandant wünsche bei dem Termin am Montag in Oslo keinen Ausschluss der Öffentlichkeit und wolle die eigenen Motive darlegen.

Die Zeitung „Aftenposten“ zitierte in ihrer Online-Ausgabe aus einem „Manifest“ Breiviks, dass er die mögliche eigene Festnahme nach dem Massaker als „Übergang zur Propagandaphase“ einstufe. Der Attentäter hatte sich nach dem eineinhalbstündigen Massaker ohne Gegenwehr den auf der Insel eingetroffen Antiterror-Spezialisten der Polizei ergeben.

Nach den Angaben von Lippestad stufte der Inhaftierte seine Taten gegenüber der Polizei als „grausam aber notwendig“ ein. In seinem „Manifest“ hatte er vor allem den Islam und „multikulturelle“ Kräfte in Europa als Feinde eingestuft. Im Fernsehsender NRK meinte Lippestad, es sei klar, dass man angesichts des Ausmaßes des Morden die Zurechnungsfähigkeit des Attentäter anzweifeln müsse.

dpa

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