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Polizisten töten Katzen - Tierschützer zeigen sich empört, Justiz bleibt gelassen

Polizisten töten Katzen - Tierschützer zeigen sich empört, Justiz bleibt gelassen

Zwei tödliche Polizeieinsätze gegen Katzen haben Tierschützer in Deutschland und Norwegen empört. Im norwegischen Tönsberg überfuhren Polizisten die schwer verletzte Hauskatze Danielle absichtlich dreimal mit dem Streifenwagen, um sie einzuschläfern.

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Quelle: dpa

Wuppertal/Oslo. Zuvor hatte eine Polizistin in Nordrhein-Westfalen aus ähnlichem Grund ein Tier in den Kopf geschossen.

Dieser Todesschuss bleibt für die Polizisten ohne juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal stellte ihre Ermittlungen gegen die Beamtin ein. Der Polizistin sei kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz anzulasten, teilte ein Behördensprecher am Mittwoch mit. Gegen die Frau war eine Flut von Strafanzeigen aus dem ganzen Bundesgebiet eingegangen.

Die Katze war an Heiligabend „übelst zugerichtet“ und zwischen einem Pfahl und einer Hauswand eingeklemmt gefunden worden. Als das Tier der Polizei übergeben wurde, habe es „furchtbar gelitten“, sagten die Ermittler. Die Polizeistreife habe vergeblich versucht, einen tiermedizinischen Notdienst zu erreichen. Auf dem Weg in ein Tierheim habe die Katze Krämpfe bekommen. Die Beamtin habe die Katze schließlich mit einem Kopfschuss von ihren Leiden erlöst.

Daraufhin hatten Tierfreunde reihenweise Strafanzeige wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Das Gesetz stellt das grundlose Töten von Tieren unter Strafe. Das Beenden von Todesqualen sei aber ein durchaus vernünftiger Grund, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In Norwegen hatten Anwohner die Polizei gerufen, weil die Katze Danielle unter ein Auto geraten und mit gebrochenem Rücken auf der Straße liegengeblieben war. Wie die Lokalzeitung „Tönsberg Blad“ am Mittwoch berichtete, überrollten Beamte die Katze mit ihrem Streifenwagen, um sie auf diese Weise einzuschläfern.

Empörte Bürger wandten sich danach an die Norwegische Hauskatzenvereinigung und Tierschutzorganisationen. Die Polizei des Bezirks Vestfold äußerte im sozialen Netzwerk Facebook Verständnis für die „Reaktion des Publikums“, verteidigte aber das Vorgehen des verantwortlichen Beamten: „Es hätte die Leiden der Katze nur verlängert, einen Tierarzt herbeizurufen oder das Tier in einen Sack zu stecken, um sie zum Tierarzt zu fahren.“

Daniellas Besitzerin Gro Sundby meinte in „Tönsberg Dagblad“: „Wenn ich dagewesen wäre, hätte ich der Polizei nie die Erlaubnis zum Überfahren gegeben.“ Sie begrub ihre Katze im Garten.

dpa

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