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Sachsen flaggt auf Halbmast nach Anschlag in Paris – Polizei jagt Attentäter

Sachsen flaggt auf Halbmast nach Anschlag in Paris – Polizei jagt Attentäter

Paris/Dresden. Während die Franzosen eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ einlegen, sucht die Polizei mit Hochdruck nach den flüchtigen Attentätern.

Ein neuer Mord in Paris und der Fund von Molotow-Cocktails schüren die Furcht vor weiterem Terror. Sachsen trägt seit Donnerstag Trauer für die Opfer: Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ordnete Halbmast-Beflaggung auf allen öffentlichen Gebäuden an.

Aus Solidarität wurden am Donnerstag landesweit die Flaggen auf Halbmast gehisst. Die Anordnung gelte bis zum Samstag für alle Dienstgebäude der Behörden und Dienststellen des Freistaates Sachsen sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Freistaates Sachsen unterstehen, teilte Regierungssprecher Christian Hoose am späten Nachmittag mit.

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Paris/Dresden. Während die Franzosen eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ einlegen, sucht die Polizei mit Hochdruck nach den flüchtigen Attentätern. Sachsen trägt seit Donnerstag Trauer für die Opfer: Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ordnete Halbmast-Beflaggung auf allen öffentlichen Gebäuden an.  

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Nach dem Terroranschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ wächst die Sorge vor weiteren Attentaten in Frankreich . Nach einer massiven Fahndung verfolgte die Polizei am Donnerstag eine heiße Spur in Nordfrankreich, doch die Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34) blieben auch weit über 24 Stunden nach dem Terrorakt mit zwölf Toten auf der Flucht. Nach dem Fund von Molotow-Cocktails, einer islamistischen Flagge und einem Stirnband in einem Fluchtwagen in Paris gingen die Ermittler davon aus, dass die 32 und 34 Jahren alten Brüder weitere Anschläge geplant hatten.

Sieben Festnahmen am Morgen

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Die als Haupttäter verdächtigten Brüder Chérif (32) und Said K. (34) stammen aus Paris und haben die französische Staatsbürgerschaft. Sie waren nach Angaben des Pariser Innenministers Bernard Cazeneuve überwacht worden.

Quelle: dpa

Die Tat wurde auch in islamischen Staaten verurteilt. Die Polizei nahm neun Personen aus dem Umfeld der Terroristen in Gewahrsam, wie Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstagabend bekannt gab. Für neue Angst sorgte zunächst eine Schießerei im Süden von Paris am Donnerstagmorgen, bei der ein Unbekannter eine Polizistin tötete und einen Polizisten verletzte. Zunächst gab es aber keine Hinweise darauf, dass die Taten zusammenhängen.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve warnte dennoch, die derzeitige Risikolage könne zu weiteren Gewalttaten führen. In ganz Frankreich gab es am Tag der nationalen Trauer eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“. Tausende hielten Plakate mit dem Schriftzug „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) hoch. Die Glocken der Kirche Notre-Dame erschallten in Paris, Staatspräsident François Hollande forderte die Franzosen auf, in dieser schweren Zeit zusammenzustehen. Die Sicherheitsmaßnahmen im Großraum Paris wurden massiv verschärft. 

In einem bereits am Mittwoch in Paris stehengelassenen Fluchtauto der Attentäter fanden die Ermittler etwa zehn Molotow-Cocktails und Flaggen, die für den „Heiligen Krieg“ werben. Das deute darauf hin, dass die Brüder noch weitere Taten geplant hätten, zitierten Medien Polizeiquellen. Der 32-jährige Chérif sei als Islamist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, berichteten Medien. Unklar blieb, ob er auch als Kämpfer im Irak war. Die Polizei habe in Nordfrankreich das Fluchtauto der mutmaßlichen Attentäter gefunden, hieß es in Berichten. Ein Tankstellenbesitzer bei dem Ort Villers-Cotterêts habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig erkannt.

Daraufhin waren die Sicherheitskräfte dorthin geeilt. Die Polizei durchsuche die Gegend, in der die beiden flüchtigen Terroristen am Mittag ein weiteres Fluchtauto stehengelassen hätten, hieß es. Die bereits für den Großraum Paris geltende oberste Sicherheitsstufe gegen Attentate wurde auf die Region ausgeweitet. 

Mutmaßlicher Komplize beteuert seine Unschuld

Der mutmaßliche Komplize Hamid Mourad (18) hatte sich am Mittwoch in der Kleinstadt Charleville-Mézière nahe der belgischen Grenze der Polizei gestellt, aber seine Unschuld beteuert.  Fotos zeigten zahlreiche Polizeiautos vor der Tankstelle an der Nationalstraße. Nach Medienberichten könnten die beiden Terroristen bei ihrer Flucht einen Überfall auf die Tankstelle verübt haben. Bei dem Raub hätten sie Benzin und Essen mitgehen lassen. Die Brüder führten Schnellfeuerwaffen mit sich, hieß es. Die Rede war auch von einer Panzerfaust.

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Rettungskräfte kümmern sich um die Überlebenden des Pariser Anschlags.

Quelle: Ian Langsdon

Die beiden Männer stammen aus Paris und haben die französische Staatsbürgerschaft. Sie waren nach Angaben des Pariser Innenministers Bernard Cazeneuve überwacht worden. Dabei habe es allerdings keinerlei Hinweise auf einen Terrorakt gegeben, gegen die Männer habe es auch kein juristisches Verfahren gegeben, sagte Cazeneuve dem Sender Europe 1. „Wir treffen hundertprozentig Vorsichtsmaßnahmen, ein Null-Risiko gibt es aber nicht“, fügte er an. 

Die Brüder sollen am Mittwoch schwarz vermummt die Redaktion des Magazins mitten in der Hauptstadt gestürmt und unter anderem mit einer Kalaschnikow um sich geschossen haben. Unter den zwölf Todesopfern waren acht Journalisten von „Charlie Hebdo“ und ein weiter Kollege, der unter anderem für den Radiosender France Inter arbeitete.  

Deutsche Zeitungen verstärken Sicherheitsvorkehrungen

„Charlie Hebdo“ war mehrfach wegen Mohammed-Karikaturen in die Kritik geraten und angefeindet worden. Erst am Dienstag hatte die Zeitschrift eine Karikatur veröffentlicht, auf der ein islamistischer Terrorist mit einer umgehängten Kalaschnikow auf dem Rücken sagt: „Noch immer kein Attentat in Frankreich, aber man hat ja noch Neujahrswünsche.“ In Deutschland sahen Sicherheitskreise keine Anzeichen für erhöhte Terrorgefahr.

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Nationale Trauer, eine landesweite Schweigeminute, Aufrufe zum Zusammenhalt. Das ist das eine nach dem Attentat von Paris. Doch dahinter steht auch die Furcht vor mehr islamistischen Anschlägen.

Quelle: Ian Langsdon

Mehrere deutsche Zeitungen verstärkten dennoch ihre Sicherheitsvorkehrungen. Vor einigen Redaktionen zeigten am Donnerstag Polizeibeamte Präsenz. Weitere Medienhäuser stockten ihr privates Wachpersonal auf. Mehrere französische Blätter druckten am Donnerstag eine fast schwarze Seite Eins. Eine Reihe deutscher Zeitungen druckte Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische „Charlie Hebdo“-Zeichnungen nach.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte vor populistischen Brandstiftern in Deutschland. „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Attentate wie das von Paris richteten sich gegen die gesamte Gesellschaft und ihre Werteordnung. (mit dpa)

lvz/nöß

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