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Polizeiticker Weltweit Schaf Baa im Garten von Ho - Fall fürs Oberste Gericht
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Schaf Baa im Garten von Ho - Fall fürs Oberste Gericht
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23:32 08.07.2013
Das Schaf Baa lebt im Garten und in der Garage von Vu Hoan Ho im australischen Dandenong, 35 Kilometer südöstlich von Melbourne. Geht es nach den Behörden, muss es umziehen. Quelle: dpa
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Sydney

Ba müsse weg, weil der Garten zu klein sei, so die Stadtverwaltung Greater Dandenong nahe der Metropole Melbourne. Das war vor sechs Jahren. Ho verlor seitdem jeden Rechtsstreit, mehr als 200 000 Australische Dollar (140 000 Euro) an Gerichts- und Anwaltskosten war ihm Baa bislang wert.

Nun will Ho vor das Höchstgericht in der Hauptstadt Canberra ziehen, berichteten australische Medien. Er musste seine Mechanikerwerkstatt schließen und sich selbst vor Gericht vertreten. Anwalt kann er sich keinen mehr leisten. „Beim nächsten Berufungsverfahren habe ich die besseren Argumente“, ist er überzeugt.

Der kuriose Fall schlägt Wellen. Die Stadtverwaltung mache aus einer Mücke einen Elefanten schrieb etwa die Zeitung „Herald Sun“:

„Man verwendet keinen Vorschlaghammer, um eine Erdnuss zu knacken - das sollte sogar die Stadtverwaltung von Dandenong kapieren.“ Die Behörden hätten sich im Fall Baa lächerlich gemacht, und riskierten im Fall eines Prozessverlusts jede Menge Steuergelder, so die Zeitung. Außerdem gebe es in der Stadt viele Tiere, die weitaus gefährlicher und unangenehmer seien oder von ihren Besitzern viel schlechter behandelt würden als das „harmlose“ Schaf, schrieb das Blatt. „Aber die Wichtigtuer in Greater Danedong müssen ihren Amtsschimmel rechtfertigen.“

Ho kaufte Schafdame Baa 2001 für umgerechnet 42 Euro. Das Schaf sollte das Gras in seinem Garten und um seine Werkstatt fressen. Die beiden wurden zu Gefährten, Baa fährt im Auto mit und ist unglücklich wenn Ho mal nicht zu Hause ist. Mittlerweile ist Baa 16 Jahre alt, etwa die durchschnittliche Lebenserwartung für ein Schaf. Doch die Behörden wollen der Natur nicht ihren Lauf lassen. „Die Stadtverwaltung versucht, das beste Ergebnis für Baa das Schaf zu erreichen“, so Bürgermeisterin Angela Long in einer Mitteilung. Hos einen halben Hektar großes Grundstück sei für die Viehhaltung zu klein und nicht artgerecht.

Ho hingegen argumentiert, Baa sei ein Haustier und sollte auch so behandelt werden. Diese Einwände wurden bislang vor Gericht nicht beachtet, sagt er. Seine 116 Seiten lange Eingabe fand das Lob des höchsten Gerichts im Bundesstaat Victoria, obwohl Ho nur schlecht Englisch spricht und keine höhere Schulbildung besitzt. „Ich habe noch nie eine so gezielte Recherche von einer nicht von einem Anwalt vertretenen Prozesspartei gesehen“, so Gerichtspräsident Chris Maxwell.

Ho hat nun knapp zwei Wochen, um seinen Fall schriftlich dem Obersten Gerichtshof Australiens darzulegen. „Ich glaube, dass mein Fall ein Justizirrtum ist“, sagte er. „Nun muss das Oberste Gericht eine Entscheidung fällen“. Es könnte aber Monate dauern bis das Gericht überhaupt über eine Anhörung entscheidet. Ob Baa eine Entscheidung noch miterlebt, ist nicht sicher.

dpa

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