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Schweres Erdbeben in Italien – mindestens 73 Menschen sterben

Naturgewalt Schweres Erdbeben in Italien – mindestens 73 Menschen sterben

Ein schweres Erdbeben hat die Menschen in Mittelitalien mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und viele getötet. Es gab zahlreiche Verletzte und Verschüttete. Nach derzeitigem Stand sind mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes hervor.

Die Erdstöße überraschten die Bewohner der Bergregion in den frühen Morgenstunden.

Quelle: dpa

Rom. Ein schweres Erdbeben hat die Menschen in Mittelitalien mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und viele getötet. Es gab zahlreiche Verletzte und Verschüttete. Nach derzeitigem Stand sind mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes hervor. Die Lage blieb unübersichtlich. Mehrere kleine Orte in einer Bergregion etwa 150 Kilometer nordöstlich von Rom wurden durch die Erdstöße verwüstet. Häuser glichen Schutthaufen, Trümmer und Staub bedeckten Autos und Straßen.

„Viele sind noch unter den Trümmern. Wir bereiten einen Ort für die Leichen vor“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Bürgermeister des Ortes Amatrice, Sergio Pirozzi. Unter den Opfern sollen mehrere Kinder sein. Helfer suchten in den Trümmern völlig zerstörter Häuser weiter nach Überlebenden und Toten. Die Rettungsdienste konnten einige Orte in der bergigen Gegend nur schwer erreichen.

Das Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 6 sowie mehrere Nachbeben hatten in der Nacht auf Mittwoch die gesamte Region zwischen Umbrien, Latium und den Marken erschüttert. Das Beben war auch in Rom und an der Adriaküste zu spüren. Es hatte sein Zentrum in der Provinz Rieti (Latium).

Bei einem schweren Erdbeben in Mittelitalien sind in der Nacht zum Mittwoch mehrere Menschen gestorben.

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Ein verschütteter Junge konnte am Mittwoch lebend im Ort Pescara del Tronto gerettet werden. Um andere Verschüttete kämpften die Helfer verzweifelt. In Amatrice, dem mit am stärksten betroffenen Ort, halfen Ärzte einem verletzten sechsjährigen Zwilling aus den Trümmern. Der Bruder des Jungen sei noch nicht geborgen, berichtete Ansa.

Um 3.30 Uhr in der Nacht fing die Erde an zu beben. Vor allem die kleineren Ortschaften Amatrice und Accumoli wurden getroffen. „Die Hälfte des Ortes gibt es nicht mehr. Die Menschen sind unter den Trümmern“, sagte der Bürgermeister von Amatrice dem Nachrichtensender RaiNews24. Straßen waren blockiert, der Strom war ausgefallen. Der Bürgermeister forderte Hilfe per Hubschrauber. Ein Einwohner sagte dem Sender: „Alles ist kaputt.“ Auch das Militär wurde zum Hilfseinsatz mobilisiert.

Das Beben hatte nach jüngsten Angaben des Geophysischen Instituts Potsdam eine Stärke von 6,2 und lag in zehn Kilometern Tiefe. Städte wie Perugia und Assisi sind nicht weit entfernt. Auch Touristen an der Adriaküste meldeten sich besorgt bei den Feuerwehren.

Italien wird auf Grund seiner geografischen Lage immer wieder von Erdbeben erschüttert, oft auch von schwerwiegenden. 2009 war bei einem Beben die mittelitalienische Stadt L'Aquila verwüstet worden. Damals starben mehr als 300 Menschen. L'Aquila liegt Luftlinie nur gut 30 Kilometer von Amatrice entfernt.

„Das, was wir in L'Aquila vor Jahren gesehen haben, ist nun hier geschehen“, sagte der Bürgermeister von Accumoli. „Wir brauchen Hilfen“, ergänzte er in einem Telefongespräch mit dem Sender RaiNews24er.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte Hilfe zu. „Die Nachrichten aus Italien über das nächtliche Erdbeben habe ich mit Erschrecken aufgenommen“, teilte er mit. „Wenn gewünscht, stehen wir natürlich bereit, Unterstützung zu leisten.“

Das Technische Hilfswerk (THW) sieht Chancen auf Überlebende in den Trümmern. „In Altbauten gibt es immer die Chance, in irgendwelchen Hohlräumen zu überleben“, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme dem Nachrichtensender N24. „Es ist allerdings schwierig, denn diese Gebäude sind nicht nach modernen Aspekten erdbebensicher gebaut.“ Im Zentrum des stark betroffenen Ortes Amatrice gebe es dreigeschossige Altbaugebäude, die recht stark zerstört seien. Die Straßen seien eng und oft durch Erdrutsche beschädigt. Es werde erfahrungsgemäß einige Tage dauern, bis die Trinkwasserversorgung wieder hergestellt sei, sagte Broemme.

Auch Papst Franziskus zeigte sich tief betroffen. Er finde kaum Worte, seinen großen Schmerz auszudrücken, sagte der Papst zu Beginn der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. „Den Bürgermeister von Amatrice sagen zu hören, dass der ganze Ort nicht mehr existiert, und zu wissen, dass unter den Opfern Kinder sind, hat mich sehr berührt.“

von LVZ

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