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Seehofer will Akten zu Olympia-Anschlag 1972 öffnen

Seehofer will Akten zu Olympia-Anschlag 1972 öffnen

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die deutschen Ermittlungsakten zum Münchner Olympia-Anschlag 1972 für die Familien der ermordeten israelischen Sportler öffnen.

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Horst Seehofer besucht derzeit Israel.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Jerusalem. Das sei der Wunsch der Angehörigen, sagte Seehofer am Mittwoch in Jerusalem. „Ich habe ihnen zugesagt, dass ich meine Möglichkeiten nutzen werde, diesem Anliegen zu entsprechen“, betonte der CSU-Chef. Dazu habe er bereits drei Briefe mit der Bitte um Aktenöffnung geschrieben: an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Bayerns Justizministerin Beate Merk und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU).

Am Abend sprach Seehofer in Tel Aviv auf der Gedenkfeier für die Familien der elf getöteten Sportler über den „fatalen Fehlschlag“ der damaligen Rettungsaktion: „Das bedauern wir zutiefst und das schmerzt auch mich zutiefst.“

Knesset-Präsident Reuven Rivlin sagte: „Die israelische Regierung hat damals einen Fehler begangen. Man hat den Deutschen freie Hand gelassen.“ Sportministerin Limor Livnat kritisierte die deutschen Sicherheitsbehörden: „Man war verbrecherisch nachlässig - diejenigen, die sich um die Sicherheit der Sportler kümmern sollten.“

Die Geiselnahme der israelischen Olympia-Mannschaft 1972 durch die palästinensische Terrorgruppe „Schwarzer September“ endete in einem Blutbad, weil die geplante Befreiungsaktion der deutschen Polizei auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck scheiterte. Elf Israelis, ein deutscher Polizist und die fünf Entführer kamen bei der Schießerei ums Leben.

Bei der deutschen Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck vor einer Woche hatten mehrere Angehörige den deutschen Behörden Versagen vorgeworfen. Nicht nur die Angehörigen verlangen Akteneinsicht, auch Thomas Bach, Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). In Israel hat aber auch die Weigerung des IOC Ärger und Kummer ausgelöst, bei den diesjährigen Olympischen Spielen in London eine Gedenkminute für die toten Sportler einzulegen.

Bei einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu drang Seehofer darauf, alle diplomatische Möglichkeiten im Streit um das iranische Atomprogramm auszuschöpfen. Deutschland stehe eng an der Seite Israels, sagte er nach Angaben einer Sprecherin am Mittwoch in Jerusalem. Netanjahu hatte in den Vortagen der internationalen Staatengemeinschaft mangelnde Unterstützung vorgeworfen und sich einen Angriff vorbehalten. Bei dem Gespräch war auch der israelische Sicherheitschef anwesend, der laut Seehofers Sprecherin seine Besorgnis über die Lage im Iran zum Ausdruck brachte.

Am Donnerstag folgt als letzte Station von Seehofers Nahost-Reise noch ein Besuch im autonomen Palästinensergebiet. Dort steht unter anderem ein Gespräch mit Regierungschef Salem Fajad auf dem Programm.

dpa

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