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Polizeiticker Weltweit Silvesterreise nach Leipzig endet tragisch: Vier Tote und 40 Verletzte bei Busunglück auf A4
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Silvesterreise nach Leipzig endet tragisch: Vier Tote und 40 Verletzte bei Busunglück auf A4
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16:42 30.12.2014
Der Reisebus durchbrach auf der A4 bei Bad Hersfeld eine Leitplanke und stürzte in die Tiefe. Quelle: dpa
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Bad Hersfeld/Leipzig

Das voll besetzte Fahrzeug stürzte bei Bad Hersfeld eine Böschung hinunter und überschlug sich. 40 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.

Neujahrsfeier im Gewandhaus, Motette in der Thomaskirche, Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel im Sachsenpark: Eine viertägige musikalische Silvesterreise wollten die 44 überwiegend älteren Businsassen in der Messestadt verbringen. Auf der A4 hinter dem Dreieck Kirchheim wurden ihre Urlaubspläne am Dienstagmorgen auf tragische Weise gestoppt.

Bad Hersfeld/Leipzig. Sie waren auf dem Weg nach Leipzig, um Silvester zu feiern. Doch auf der Autobahn 4 nahm die Reise ein jähes Ende. Mindestens vier Menschen sind am Dienstag bei einem Busunglück in Osthessen ums Leben gekommen. Das voll besetzte Fahrzeug stürzte bei Bad Hersfeld eine Böschung hinunter und überschlug sich. 40 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.

Autofahrer soll Unglück ausgelöst haben

Ein Autofahrer kam laut Polizei gegen 10.30 Uhr in einer langgezogenen Linkskurve ins Schleudern und krachte gegen den Bus. Dessen 52-jähriger Fahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, der Bus walzte die Leitplanke auf rund 100 Metern nieder, durchbrach diese und stürzte etwa 50 Meter eine Böschung hinunter. Die Scheiben des Busses zerbarsten, das Dach wurde zum Teil eingedrückt.

Ein Autofahrer soll das Busunglück auf der A4 ausgelöst haben. Er war mit seinem Fahrzeug ins Schleudern gekommen und gegen den Bus geprallt. Quelle: dpa

Den Rettern bot sich ein Bild des Schreckens: Einige Insassen wurden aus dem Bus herausgeschleudert. „Warum er (der Wagen) ins Schleudern gekommen ist, dazu können wir noch nichts sagen“, sagte der Sprecher der Polizei in Fulda, Thomas Rodemer. Der Bus kam auf den Rädern wieder zum Stehen. Von den insgesamt 44 überwiegend älteren Insassen überlebten vier das Unglück nicht.

„Wir sind sehr, sehr betroffen“, sagte die Geschäftsführerin des Reiseveranstalters Palatina, Mathilde Nuber, in Hanhofen bei Speyer. Das Unternehmen biete die Tour nach Leipzig seit mehreren Jahren an. Es hatte den Bus von der Firma Rexer Reisen aus Calw (Baden-Württemberg) gemietet.

Zweiter Bus nach Leipzig bekommt Unglück mit  

Dem verunglückten Fahrzeug sei im Abstand von einer halben Stunde ein zweiter Bus mit dem gleichen Ziel gefolgt, so Nuber. „Der hat es hautnah mitbekommen.“ Die Insassen, von denen einige mit den Passagieren des verunglückten Busses bekannt seien, würden nun in einem Zentrum des Roten Kreuzes betreut.

„Von einem Ehepaar wissen wir, dass Freunde in dem anderen Bus saßen“, berichtete die 64-Jährige. Die Pfälzer Kunden kommen nach ihren Angaben aus dem Bereich zwischen Südpfalz, Kaiserslautern und Frankenthal. Ein geringerer Teil komme aus dem Raum Mannheim/Heidelberg.

A4 stundenlang voll gesperrt

Am Ort des Unglücks sei ein Platz eingerichtet worden, an dem die leicht verletzten Insassen des Busses versorgt würden, so die Polizei. Ein Ersatzbus sei zudem unterwegs. Insgesamt 100 Retttungskräfte waren im Einsatz. Mehrere Feuerwehren aus umliegenden Landkreisen und fünf Hubschrauber wurden alarmiert. Zwei der Helikopter mussten wegen schlechter Sicht abdrehen.

Auf der A4 bei Dresden war erst im Juli ein Reisebus aus Polen verunglückt. Quelle: dpa

Die Autobahn wurde für Stunden voll gesperrt und am Nachmittag in Richtung Eisenach wieder auf einer Spur und in der Gegenrichtung komplett für den Verkehr freigegeben. Der Unfall sorgte beim Reiseunternehmen Palatina für Entsetzen. „Ich habe mir immer von Herzen gewünscht, dass der liebe Gott uns vor so etwas bewahrt“, sagte Geschäftsführerin Nuber. Erst im Juli war es auf der A4 bei Dresden zu einem schweren Busunglück mit zehn Toten und dutzenden Verletzten gekommen. Sie kenne viele der Businsassen seit langer Zeit persönlich, so die 64-Jährige. Auf seiner Internetseite veröffentlichte das Unternehmen eine Notfallnummer für Angehörige.

Die Geschäftsführerin wollte am Nachmittag mit ihrem Mann nach Osthessen fahren, um den Busreisenden Trost zu spenden. „Viele Leute kennen sich von anderen Fahrten her, das ist unsere Stammkundschaft“, sagte sie. Auf dem Programm des Unglücksbusses hätte am Dienstagmittag eigentlich der erste Termin gestanden: eine Stadtführung in Weimar. (mit dpa)

lvz/nöß

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