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Staatsanwaltschaft: Germanwings-Copilot war vor Jahren selbstmordgefährdet

Staatsanwaltschaft: Germanwings-Copilot war vor Jahren selbstmordgefährdet

Der Copilot der Germanwings-Maschine war vor seiner Karriere als Berufspilot als selbstmordgefährdet eingestuft und in psychotherapeutischer Behandlung. Das hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt.

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Blick in das Cockpit des verunglückten Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings. Das Bild entstand am 22. März 2015 nach einem der letzten Flüge vor dem Absturz der Maschine.

Quelle: Marius Palmen

Düsseldorf/ Paris. Knapp eine Woche nach dem Absturz übermittelte das Uniklinikum Düsseldorf seine Unterlagen am Montag der Ermittlungsbehörde, wie eine Klinik-Sprecherin am Montag sagte.  

Der 27-Jährige, der nach bisherigen Erkenntnissen den Airbus mit 150 Menschen an Bord absichtlich abstürzen ließ, war vor einigen Wochen als Patient an das Uniklinikum gekommen. Dabei ging es den Angaben zufolge um „diagnostische Abklärungen“, die aber bislang offiziell nicht näher erläutert wurden. Die Übergabe der Akten war ursprünglich für Freitag angekündigt worden  

Regierungspolitiker wollen ärztliche Schweigepflicht beschneiden

Vor dem Hintergrund der Katastrophe gewinnt die Diskussion über die ärztliche Schweigepflicht an Fahrt. Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer forderte eine Lockerung der Schweigepflicht für sensible Berufe: „Piloten müssen zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Diese Ärzte müssen gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein“, sagte Fischer der „Rheinischen Post“. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach betonte in der „Bild“-Zeitung, wenn Leib und Leben anderer Menschen gefährdet seien, sei „der Arzt verpflichtet, den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu informieren“. Dies gelte „ganz besonders im Fall psychischer Erkrankungen und einer möglichen Selbstmordgefahr“. Dagegen warnte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, vor „vorschnellen politischen und rechtlichen Entscheidungen“. Die ärztliche Schweigepflicht sei „ebenso wie das verfassungsrechtlich geschützte Patientengeheimnis ein hohes Gut und für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ein Menschenrecht“.  

Trauermarsch für die Opfer zu Ostern

Am Absturzort geht die Suche nach weiteren Opfern und nach dem Flugdatenschreiber weiter. Die Fluggesellschaft Germanwings will ihr Betreuungszentrum für Angehörige der Opfer so lange wie nötig offen halten. Das sagte Germanwings-Geschäftsführer Oliver Wagner am Montag nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers in Marseille. In einem Hotel der Mittelmeer-Metropole kümmern sich seit Samstag 90 Mitarbeiter um die Angehörigen, die zur Absturzstelle reisen wollen. Im westfälischen Haltern soll am Karsamstag (4. April) mit einem Trauermarsch der Opfer gedacht werden. Eine Privatperson habe die Veranstaltung mit vorerst geschätzten 2000 bis 2500 Teilnehmern angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin in Recklinghausen am Montag.  

Bei dem Absturz waren am vergangenen Dienstag 16 Schüler und 2 Lehrerinnen des Halterner Gymnasiums ums Leben gekommen. Der Copilot soll den Airbus A320 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in einen Sinkflug versetzt haben, als der Kapitän das Cockpit kurz verließ. Die französische Staatsanwaltschaft schloss aus den Aufzeichnungen des Sprachrekorders, dass der 27-Jährige den Piloten aus dem Cockpit aussperrte. Französische Ermittler untersuchen allerdings weiterhin auch die Möglichkeit eines technischen Defekts der Maschine.

lvz

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