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Terror in Toulouse: Al-Dschasira hält Mordvideos unter Verschluss

Terror in Toulouse: Al-Dschasira hält Mordvideos unter Verschluss

Paris. Ein bislang unveröffentlichter Videofilm von den Morden des Toulouse-Attentäters Mohamed Merah hat in Frankreich eine heftige Kontroverse ausgelöst und zugleich Spekulationen über Komplizen genährt.

Der arabische TV-Sender Al-Dschasira beriet am Dienstag zunächst über eine mögliche Ausstrahlung der ihm zugespielten Bilder. Nach eindringlichen Warnungen von Präsident Nicolas Sarkozy und Angehörigen der sieben Opfer des Serienmörders entschied sich der Sender gegen die Veröffentlichung.

Die Aufnahmen enthielten keine neuen Informationen und eine Ausstrahlung sei nicht mit den eigenen ethischen Standards zu vereinbaren, teilte der Sender mit. Das Video zeige weder das Gesicht des Attentäters, noch sei seine Stimme zu hören. „Es scheint, als ob der Angreifer allein gehandelt habe", kommentierte Al-Dschasira.

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Spezialeinsatzkräfte warten vor dem Haus in Toulouse, wo sich der mutmaßliche Serienmörder verschanzt hatte.

Quelle: Guillaume Horcajuelo (Archivbild)

Das Auftauchen der Videos schürte allerdings neue Spekulationen über mögliche Mitwisser oder Unterstützer. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kann Merah das bei seinen drei Taten in Toulouse und Montauban aufgenommene Videomaterial nicht selbst per Post an den Sender geschickt haben. Das Päckchen mit einem USB-Stick wurde erst Mitte vergangener Woche aufgegeben - zu diesem Zeitpunkt war die Wohnung Merahs bereits von der Polizei umstellt. Die Bilder von den Morden sind mit Koranversen unterlegt, auf der Tonspur ist nach Al-Dschasira-Angaben Musik zu hören.

Der Franzose mit algerischen Wurzeln hatte insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter an einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Lehrer. Bevor er am vergangenen Donnerstag bei der Stürmung seiner Wohnung getötet wurde, hatte er sich selbst als Mudschaheddin (Gotteskrieger) bezeichnet und erklärt, dem Terrornetz Al-Kaida nahezustehen. Der Leichnam soll in Algerien beigesetzt werden. Merahs Mutter befürchtet, dass das Grab in Frankreich geschändet werden würde.

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Die Polizei belagert das Haus des mutmaßlichen Mörders von Toulouse.

Quelle: Guillaume Horcajuelo (Archivbild)

Für Empörung sorgten Äußerungen von Merahs Vater, der im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte, den französischen Staat wegen der Tötung seines Sohnes anzeigen zu wollen. Präsident Sarkozy, der den Täter als „Monster" bezeichnete, äußerte sich „empört" und meinte: „Einige Tage war Frankreich das Ziel eines terroristischen Angriffs." Die Nation habe nicht nur standgehalten, sondern sei auch geeint und ohne Rachegedanken aus der Herausforderung hervorgegangen.

Gleichzeitig hatte Sarkozy alle TV-Stationen aufgerufen, aus Respekt vor den Opfern des Serienmörders von Toulouse keine Videos von dessen Verbrechen zu veröffentlichen. Unter keinem - wie auch immer gearteten - Vorwand dürften sie gezeigt werden, mahnte Sarkozy in einer Ansprache. Kritik an den Ermittlungsbehörden wies er zugleich zurück und bescheinigte ihnen beim Einsatz gegen den 23-jährigen Merah entschlossenes, mutiges Handeln ohne Fehler.

dpa

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