Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Weltweit Terroranschlag in Wolgograd reißt mindestens 15 Menschen in den Tod – Video zeigt Explosion
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Terroranschlag in Wolgograd reißt mindestens 15 Menschen in den Tod – Video zeigt Explosion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 29.12.2013
Anzeige

Mehr als 30 Menschen seien von dem Sprengsatz, der mit Nägeln und Schrauben gefüllt war, schwer verletzt worden, teilten die Behörden im früheren Stalingrad am Sonntag mit. Ein Video, das auf der Nachrichtenseite „Russia Today" veröffentlicht wurde, zeigte die Wucht der Explosion.

Der russische Präsident Wladimir Putin verurteilte die Tat scharf. Wolgograd liegt rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt, wo im Februar Olympische Winterspiele stattfinden. Der tschetschenische Islamistenführer Doku Umarow hatte zu Anschlägen aufgerufen, um die Wettkämpfe zu stören. Er wirft Putin eine „blutige Besatzungspolitik“ im Konfliktgebiet Nordkaukasus vor. Der Kreml verspricht aber sichere Spiele in Sotschi. Die Veranstaltung gilt als Prestigeprojekt von Putin.

Wolgograd. Blutbad im Bahnhof: Bei einem Terroranschlag in der südrussischen Stadt Wolgograd hat eine Selbstmordattentäterin mit einer Bombe mindestens 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 30 Menschen seien von dem Sprengsatz, der mit Nägeln und Schrauben gefüllt war, schwer verletzt worden, teilten die Behörden im früheren Stalingrad am Sonntag mit. Ein Video einer Überwachungskamera zeigt die Wucht der Explosion.

Erst Ende Oktober hatte in der Industriemetropole Wolgograd eine Selbstmordattentäterin in einem Linienbus mit einer Bombe sechs Passagiere und sich selbst getötet. Wie diese Frau könnte auch die Attentäterin vom Sonntag aus der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus stammen, sagte ein Ermittler.

Viele Opfer warteten an Gepäckkontrolle

Der Sprengsatz sei am frühen Nachmittag am Eingang des Bahnhofs detoniert, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, der Agentur Interfax. Dort warteten wegen der Neujahrsferien besonders viele Menschen an einer Sicherheitsschleuse auf die Kontrolle ihres Gepäcks. Es handele es sich um einen Terroranschlag einer Selbstmordattentäterin, sagte Markin. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nannte den Anschlag einen „barbarischen Akt“.

Die Explosion der Bombe mit einer Sprengkraft von zehn Kilogramm TNT tötete auch ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Zahlreiche Krankenwagen rasten zum Bahnhof der Millionenstadt. Mindestens 37 Menschen wurden in Kliniken gebracht, darunter ein neunjähriges Kind.

[image:phpp57Sc320131229125035.jpg]

„Ich sah einen Blitz im Inneren des Gebäudes, dann riss eine gewaltige Explosion die Fenster aus den Angeln“, sagte Taxifahrer Oleg Grams, der vor dem Bahnhof gewartet hatte, dem Staatsfernsehen. „Die Detonation war extrem“, schilderte auch Augenzeugin Swetlana Demtschenko. Sie sprach von „großer Panik“ kurz nach dem Attentat.

Bürgermeisterin Irina Gussewa nannte die Lage in der Stadt „schwierig“ nach dem zweiten Anschlag in zwei Monaten. „Wir werden aber weder Panik noch Verzweiflung in der Stadt erlauben“, sagte sie.

Das Zivilschutzministerium ließ das Gebäude evakuieren. Rettungskräfte berichteten von deutlichen Schäden. Überall liege zersplittertes Fensterglas, zudem habe die Feuerwehr einen kleinen Brand löschen müssen, hieß es. Polizisten mit Spürhunden suchten das Gelände nach Spuren und möglichen weiteren Sprengsätzen ab. Die Gebietsverwaltung von Wolgograd verhängte eine dreitägige Trauer.

Putin forderte eine schnelle Aufklärung des Anschlags und sagte Verletzten und Angehörigen unbürokratische Hilfe zu. Er entsandte zudem einen Beauftragten nach Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad hieß und im Zweiten Weltkrieg Ort einer der blutigsten Schlachten war. Deutsche Partnerstädte Wolgograds sind Köln und Chemnitz.

Erst am Freitagabend hatte die Explosion einer Autobombe vor einer Polizeistation in Pjatigorsk im Nordkaukasus drei Menschen getötet. Die Behörden vermuten auch hier einen terroristischen Hintergrund. Pjatigorsk liegt rund 250 Kilometer von Sotschi entfernt. In der bergigen Vielvölkerregion Nordkaukasus kommt es immer wieder zu blutigen Gefechten zwischen Kreml-Einheiten und Extremisten.

dpa/nöß

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einer der größten Molkereien Europas in Pronsfeld in der Eifel hat ein Feuer und zwei Verpuffungen einen Trockenturm lahmgelegt. Bei dem Brand am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag wurde niemand verletzt, wie die Polizei mitteilte.

27.12.2013

Eine Aktivistin der Frauengruppe Femen hat die Weihnachtsmesse im Kölner Dom mit Kardinal Joachim Meisner auf spektakuläre Weise gestört. Kurz nach Beginn des Gottesdienstes stürmte die 20 Jahre alte Frau am Dienstagabend aus der ersten Reihe nach vorne und sprang halbnackt auf den Altar.

17.07.2015

Ein 52-Jähriger Mann ist im rheinland-pfälzischen Winterspelt von einem selbst gebastelten Böller getötet worden. Wie die Polizei am Mittwochabend in Trier mitteilte, wollte der Mann den Knallkörper in einer ebenfalls selbst gebauten Abschussvorrichtung explodieren lassen.

26.12.2013
Anzeige