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Terrordrohungen: Schon zwei Mal „kalt erwischt“ nach konkreten Hinweisen

Terrordrohungen: Schon zwei Mal „kalt erwischt“ nach konkreten Hinweisen

Es passiert höchstens zwei, drei Mal im Jahr, dass Sicherheitskreise höchste politische Entscheidungsträger direkt über Anschlags- und Terrordrohungen in Deutschland unterrichten.

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Ein als Terrorist verkleideter Karnevalist mit einem «Sprengstoffgürtel» aus Energy-Drinks steht in Braunschweig neben Polizisten. Der junge Mann fand sein Kostüm selbst etwas unpassend.

Quelle: Julian Stratenschulte

Berlin. Seit den Anschlägen von Paris wurde, nach Informationen aus obersten Sicherheitskreisen, die telefonische Alarmkette nun schon zum zweiten Mal in Gang gesetzt. Nach der Absage der Pegida-Demonstration in Dresden von Mitte Januar durch die Behörden, aufgrund einer akuten Gefährdungslage für Dresden, hat es nun Braunschweig getroffen. In aller Früh am Sonntag war von einer Notfall-Situation wegen einer „sehr konkreten“ Bedrohungslage für den Braunschweiger Karnevalsumzug die Rede. In Sicherheitskreisen werden auch Hinweise auf mögliche Parallelen zwischen der Dresdner und der Braunschweiger Warnung geprüft.

Noch bis zum Wochenende war die Lage in Deutschland als „abstrakt hoch gefährdet“, aber „ohne konkrete Hinweise“ eingestuft. Man sei von einer Quelleninformation „mit islamistischem Hintergrund“ zu Braunschweig „kalt erwischt worden“, bestätigten Verantwortliche. Die Gesprächspartner verbinden diesen Hinweise am Sonntag aber mit dem Hinweis, dass die Quellenlage „konkret genug war, um zur absolut außergewöhnlichen Maßnahmen“ wie der Absage des größten Narrentreibens auf Straßen und Plätzen im norddeutschen Raum zu greifen. Über weitere Hinweise mit Blick auf die Rosenmontags-Umzüge verfüge man nicht.

Die Dresdner Demonstrationsabsage wird von den sächsischen Behörden nach wie vor als „seriös“ dargestellt, zumal es sich dabei um zwei voneinander unabhängige Hinweise gehandelt haben soll. Genannt werden Hinweise aus der Krisenregion auf dem Balkan.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, ein überzeugter Karnevalist und Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses, spricht gegenüber der LVZ davon, dass „die Gefahrenabwehr als das höhere zu schützende Gut im Vergleich zur karnevalistischen Brauchtumspflege“ zu garantieren sei. Behörden und Politik plagt nun die Sorge vor Nachahmungstätern.

Umso wichtiger sei es für die Behörden und die Politik, „seriös, ohne Panik, aber entschlossen“ zu reagieren. Man müsse den Quellen solcher Warnungen wie in Braunschweig, aber auch denen vor der Dresdner Pegida-Demonstration, „gewissenhaft nachforschen“. Die konkrete Bedrohungslage „ist sehr ernst zu nehmen und ist zu prüfen, ob und wo noch Schutzlücken im Sicherheitskonzept sind.“ Bosbach verweist aber auch darauf, dass bei Massenveranstaltungen wie Karnevalsumzügen mit hunderttausenden von Besuchern in Städten allein schon wegen hunderter innerstädtischer Zu- und Abgängen ein umfassendes Schutzkonzept nahezu unmöglich sei.

Dieter Wonka

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