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Umstrittene Helfer der Polizei - Mini-Drohnen in mehreren Bundesländern im Einsatz

Umstrittene Helfer der Polizei - Mini-Drohnen in mehreren Bundesländern im Einsatz

Drohnen im Polizeidienst sind umstritten - Berlins einziges unbemanntes Mini-Fluggerät soll aber definitiv nicht zum Filmen von Demonstrationen oder einzelnen Menschen eingesetzt werden.

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Eine Drohne der Berliner Polizei wurde auf dem Gelände der Polizei bei einer Pressevorführung gezeigt.

Quelle: Bernd von Jutrczenka

Berlin. „Das schließe ich vollkommen aus“, sagte Kommissariatsleiterin Anette Schmedding vom Landeskriminalamt am Montag bei der Präsentation des Fluggeräts. Berlin habe klar geregelt, dass die Drohne aus der Luft nur abgesperrte Orte von schweren Verbrechen, Umweltdelikte oder schwere Unfälle dokumentiere.

In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen und Niedersachsen setzt die Polizei ebenfalls auf Drohnen im kleinen Format. Länder wie Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Baden-Württemberg sind drohnenlos. Die 45 000 Euro teure Drohne UAS-Pol (Unmanned Aircraft System) steigt in der Hauptstadt seit 2009 im Schnitt ein- bis zweimal im Monat auf. Das 1,3 Kilogramm schwere Gerät mit Kamera ähnelt einem Ventilator. Es kann maximal 50 Meter hoch fliegen, jedoch nur tagsüber. Nach etwa 25 Minuten muss das Akku gewechselt werden. Ein Spezialist steuert das Gerät vom Boden aus. Jeder Einsatz muss bei der Deutschen Flugsicherung an- und abgemeldet werden.

„Das ist ein einfaches, schnelles Einsatzmittel“, sagte die Berliner Kriminalistin Schmedding. Zudem würden enorme Kosten gespart, wenn anstelle eines Hubschraubers das kleine Gerät über einem Gelände hoch gehe, an dem beispielsweise eine Leiche vergraben gewesen sei. Nordrhein-Westfalen hat derzeit zwei der kleinen Fluggeräte, sie sollen laut Innenministerium Ermittlungsverfahren unterstützen. Bei größeren Menschenansammlungen seien sie nicht zulässig. In Niedersachsen hatte es den ersten großen Einsatz für das Drehflüglersystem MD 4-200 bei einem Castor-Transport im Jahr 2010 gegeben. Mittlerweile aber soll das Gerät laut Polizei bei Versammlungen auf dem Boden bleiben. Die Drohne wird etwa bei großen Feuern eingesetzt, um den Brandherd schneller zu erkennen.

In Rheinland-Pfalz gab es laut Innenministerium bisher drei Einsätze mit Drohnen. Zwei Mal seien Geräte aus Hessen ausgeliehen, bei der Suche nach einer vermissten Person sei zudem eine private Drohne angefordert worden. Die Polizei in Hessen arbeitet sei 2009 mit einer Drohne. Mit ihrer Hilfe wurden etwa Betäubungsmittelplantagen aufgespürt. Sachsen setzt seine Drohne hingegen neben der Überwachung des Straßenverkehrs auch bei Demos ein.

dpa

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