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Verdächtige aus Syrien und Irak - Empörung über Pegida-Chef Lutz Bachmann

Terrorverdacht in München Verdächtige aus Syrien und Irak - Empörung über Pegida-Chef Lutz Bachmann

Nach dem Terroralarm in der Silvesternacht prüft die Polizei in München Hinweise auf mutmaßliche Verdächtige aus Syrien und dem Irak. Online sorgte noch in der Nacht eine Wortmeldung von Pegida-Chef Lutz Bachmann für Diskussionen.

Quelle: dpa

München. Auf Warnungen befreundeter Geheimdienste hin hatten die Behörden wegen drohender Doppel-Anschläge durch Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat in der Silvesternacht den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Pasing evakuiert. Es bestand der konkrete Verdacht, dass Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat gegen Mitternacht Doppel-Anschläge wie in Paris verüben wollten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab am Freitagnachmittag Entwarnung. Es bestehe keine ganz konkrete Anschlagsgefahr mehr, sagte der CSU-Politiker.

Warnung vor Anschlag in München

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Im abgelaufenen Jahr hatte es deutschlandweit bereits mehrere konkrete Terrorwarnungen gegeben. So musste Mitte November das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover kurz vor dem Anpfiff abgesagt werden. In München hätten die Sicherheitsbehörden die Gefährdungslage ähnlich eingeschätzt wie in Hannover, hieß es.
Zum Jahreswechsel seien die Hinweise auf möglicherweise bevorstehende Attentate in München sehr konkret gewesen und man habe sehr kurzfristig entscheiden müssen, betonte Innenminister Herrmann. „Die Lage hat sich wieder etwas entspannt, nachdem heute Nacht Gott sei Dank kein Anschlag verübt wurde.“ Auch am Neujahrstag liefen 100 zusätzliche Polizisten in der Bayern-Metropole Streife.
Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte am Freitagmorgen, man wisse bislang noch nicht, ob es die als Verdächtige genannten fünf bis sieben Personen auch wirklich gebe. Die Ermittlungen liefen noch. Von etwa der Hälfte der erwähnten Verdächtigen seien der Polizei Personalien übermittelt worden.
Ein erster Hinweis auf Anschlagspläne gegen die beiden Bahnhöfe hatte die Behörden nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR spätestens am 23. Dezember erreicht, wurde aber zunächst für unwahrscheinlich gehalten. Die Informationen verdichteten sich dann aber, und der Bundesnachrichtendienst konnte einen Hinweisgeber im Irak selbst befragen. Entsprechende Berichte der drei Medien wurden der Deutschen Presse-Agentur in Berlin bestätigt. Ein früher Hinweis kam nach dpa-Informationen vor ein paar Tagen aus den USA. Den Sicherheitsbehörden lagen aus dem Geheimdienstbereich auch detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf vor. Eine konkrete Warnung für die Silvesternacht wurde dann an Silvester vom französischen Geheimdienst übermittelt.

Anschlagsszenario wie in Paris
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es Hinweise auf ein Anschlagsszenario wie Mitte November in der französischen Hauptstadt. Dort hatten Attentäter mit Maschinenpistolen und Sprengstoff an verschienenen Orten zugeschlagen und insgesamt 130 Menschen getötet.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière rechtfertigte die Anti-Terror-Maßnahmen in München. „Die bayerischen Behörden haben mit Unterstützung der Bundespolizei umsichtig, besonnen und entschlossen gehandelt“, erklärte der CDU-Politiker.
Laut Bayerischem Rundfunk sollen sich die Verdächtigen in München zu Silvester aufgehalten haben. Geplant war demnach, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen. Polizeipräsident Andrä sagte, er habe dazu keine Erkenntnisse.
Laut „Süddeutscher Zeitung“ gab es auch Durchsuchungsbeschlüsse, die allerdings nicht vollzogen wurden, weil das Szenario zunächst als zu unwahrscheinlich galt. Auch waren demnach die angeblichen Täter, die in einem Innenstadt-Hotel untergekommen sein sollten, nicht auffindbar. Laut ZDF ergab ein Abgleich der übermittelten Namen mit Anti-Terror-Datenbanken keine Treffer.
Der entscheidende Hinweis kam laut Innenminister Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die „dringende Warnung“ erhalten hatte. Es habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) gegeben. „Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann“, betonte Herrmann.
Am Silvesterabend hatte die Münchner Polizei um 22.40 Uhr via Twitter gewarnt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof im westlichen Stadtteil Pasing zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um größere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gab die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Der Bahnverkehr konnte planmäßig fahren.
Viele Münchner ließen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, ließen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung.

Pegida-Gründer meldet sich bei Twitter

Pegida-Initiator Lutz Bachmann hat in der Silvesternacht mit Twitter-Nachrichten in Bezug auf den Terroralarm in München für Empörung gesorgt. Kurz nachdem die Polizei über den Kurznachrichtendienst vor möglichen Anschlägen auf Bahnhöfe in der bayerischen Hauptstadt warnte und die Bevölkerung aufrief, den Hauptbahnhof zu meiden, twitterte Bachmann:

Die Reaktionen der Twittergemeinde folgte prompt:

Bachmann reagierte erneut::

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