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Verfassungsschutz in Sachsen verschärft Beobachtung von Islamisten

Nach Terror in Brüssel Verfassungsschutz in Sachsen verschärft Beobachtung von Islamisten

Der sächsische Verfassungsschutz will Islamisten nach den Anschlägen von Brüssel verstärkt beobachten. Noch immer ist nicht klar, ob bei den Explosionen am Dienstag auch Deutsche ums Leben kamen. Die DFB-Elf läuft am Samstag zum Länderspiel in Berlin mit Trauerflor auf.

Belgische Polizisten sind nach den Anschlägen in Brüssel derzeit im Dauereinsatz.

Quelle: dpa

Dresden/Brüssel. Nach den Anschlägen von Brüssel verstärkt der sächsische Verfassungsschutz die Beobachtung von Islamisten. Natürlich nehme man die Szene nach solchen Vorfällen „immer noch ein bisschen genauer unter die Lupe“, sagte der Sprecher des Landesamtes am Donnerstag in Dresden. „Wir haben unsere Ohren offen“, hatte zuvor Verfassungsschutz-Präsident Gordian Meyer-Plath dem Sender MDR Info gesagt. Eine veränderte Sicherheitslage habe sich nach den Anschlägen für Sachsen aber nicht ergeben.

Teil der Beobachtung seien auch Flüchtlingsunterkünfte. „Wir prüfen, ob da Personen sind, bei denen es Hinweise gibt, dass sie schon in den Bürgerkriegsgebieten selber für Terrororganisationen aktiv waren. Oder ob es Radikalisierungsprozesse im Nachgang zu ihrer Flucht oder ihrer Reisebewegung in Richtung Europa gegeben hat“, sagte Meyer-Plath. Auch mögliche Rekrutierungsversuche von Islamisten bei neuankommenden Muslimen würden untersucht. „Bisher finden aus unserer Sicht hier noch keine nennenswerten Aktivitäten seitens der Salafisten in Sachsen statt“, sagte der Geheimdienstchef.

Zentrum der salafistischen Szene in Sachsen ist die Leipziger Al-Rahman-Moschee. Nach Angaben des Verfassungsschutzes lag die Zahl der Anhänger dieser ultrakonservativen Strömung des Islams Ende vergangenen Jahres bei etwa 170. Daneben soll es 80 bis 100 weitere Islamisten geben. An diesen Zahlen habe sich in den vergangenen Monaten nicht viel geändert, sagte LfV-Sprecher Döring. Für die Beobachtung der Islamisten-Szene verfüge das Landesamt über entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. Wie viele genau, wollte Döring nicht sagen. „Es gibt in ausreichender Zahl Personal, das auch Arabisch spricht und Übersetzungsdienste leisten kann.“

Regierung: Noch keine Erkenntnisse zu deutschen Todesopfern in Brüssel

Die Bundesregierung hat weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse über deutsche Todesopfer bei den Terroranschlägen in Brüssel. Nach allen bisher vorliegenden Informationen könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch Deutsche bei den Anschlägen ums Leben gekommen seien, heißt es aus dem Auswärtigen Amt am Donnerstag. Eine Sprecherin teilte mit, unter den Verletzten seien auch Bundesbürger, darunter mindestens ein Schwerverletzter. Eine Frau aus Aachen wird weiterhin vermisst. „Es ist nicht auszuschließen, dass sie sich unter den noch nicht identifizierten Opfern des Anschlags befindet“, teilte die Polizei am Donnerstag weiter mit. Ihr Mann sei mit schweren Verletzungen in ein belgisches Krankenhaus gebracht worden. Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in der Metro-Station Maelbeek am Dienstag kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, rund 300 wurden verletzt.

Münchner Polizei vor Länderspiel: Keine Hinweise auf Terrorgefahr

Mit einer Schweigeminute werden Spieler und Fans vor dem Fußball-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England am Samstag der Opfer der Terroranschläge von Brüssel gedenken. „Die Ereignisse sind sicherlich schrecklich, haben uns sicher nachdenklich gestimmt“, erklärte Bundestrainer Joachim Löw. Der Weltmeister wird im Berliner Olympiastadion mit Trauerflor auflaufen. „Für uns als Verantwortliche ist es wichtig, dass wir das Bestmögliche tun, um die Sicherheit bei den Spielen zu gewährleisten. Das Wichtigste ist die Sicherheit der Menschen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Das Spiel in Berlin wird unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ausgetragen.

Trotz der Terroranschläge von Brüssel sieht die Münchner Polizei vor dem Fußball-Länderspiel in der bayerischen Landeshauptstadt am Dienstag keine erhöhte Gefahr. „Es gibt keine Hinweise auf Terroranschläge oder ähnliches“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Schon vor den Bombenexplosionen in Belgien mit Toten und Verletzten habe für die Partie Deutschland gegen Italien (20.45 Uhr) in der Münchner Arena die höchste Sicherheitsstufe gegolten. Hunderte Einsatzkräfte sollen am Dienstagabend im Stadion und davor „gut sichtbar“ im Einsatz sein. Die genaue Zahl werde erst kurzfristig festgelegt, so der Sprecher. Das Freundschaftsspiel ist die zweite Begegnung der DFB-Elf nach der Absage von Hannover im Herbst infolge der Terroranschläge von Paris. Am Samstag spielt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Berlin gegen England.

LVZ

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