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Verschüttetes Mädchen: Geologe führt Küstenabbruch auf verregneten Sommer zurück

Verschüttetes Mädchen: Geologe führt Küstenabbruch auf verregneten Sommer zurück

Der Küstenabbruch auf Rügen, bei dem ein zehnjähriges Mädchen verschüttet wurde, ist nach Ansicht des Geologen Ralf-Otto Niedermeyer auf die starken Niederschläge im Sommer zurückzuführen.

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Die Rettungskräfte auf der Insel Rügen haben inzwischen die Hoffnung aufgegeben, das bei einem Kreideabbruch verschüttete Mädchen noch lebend zu finden. (

Quelle: Stefan Sauer)

Güstrow. „Ohne Zweifel hat das mit dem Regen zu tun“, sagte der Abteilungsleiter im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow am Dienstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

„Das Wasser ist der Motor des ganzen Prozesses.“ Den Menschen könne er für dieses Ereignis von Schuld freisprechen. Es gebe wenig Infrastruktur nahe der Steilküste am Kap Arkona, so der Experte.

Generell gelte allerdings: „Es ist in den vergangenen 20 Jahren zu dicht an der Steilküste gebaut worden.“ Das sei in Saßnitz der Fall, wo Grundstücke nur noch zehn Meter von der Abbruchkante entfernt seien, oder in Lohme, wo 2005 nahe eines Diakonieheimes rund 100 000 Kubikmeter Geröll ins Meer brachen. Das habe die Menschen sensibilisiert. Eine gefühlte Häufung von Abbrüchen lasse sich statistisch nicht belegen. „Solche Erscheinungen gehören zum natürlichen Prozess der Küstendynamik“, erläuterte der Geologe.

„Man muss sich ständig bewusst sein, dass so etwas passieren kann“, sagte Niedermeyer. Küstenabbrüche seien nicht vorhersehbar. Es sei denn, man hätte wie früher einen Deichgrafen, der ständig an der Küste patrouilliert. „Ich will nicht ausschließen, dass sich so ein Abbruch zwei bis drei Tage vorher durch kleine Risse im Boden ankündigt.“

Die Steilküste am Kap Arkona besteht dem Experten zufolge aus sehr weichem, porösem Material - Sand, Geschiebemergel, Schluff - das die Eiszeit vor 15 000 bis 20 000 Jahren hinterließ. Es handle sich nicht um Kreide. Die Schichten seien verschoben, sie lagerten nicht horizontal, sondern stünden aufrecht. Das Grundwasser fließe nach dem extrem verregneten Sommer zwischen den Tonschichten in Richtung Ostsee und erzeuge einen Druck, der irgendwann Teile absprenge.

„Ohne Abbrüche gebe es die weißen Sandstrände nicht“, sagte Niedermeyer. Das abgestürzte Material werde vom Meer gesiebt und an den Strand gespült. Das Material vom Kap Arkona werde an der Schaabe, einem 17 Kilometer langen Strand südlich vom Kap, abgelagert.

Das Landesamt für Geologie beobachte und dokumentiere die Abbrüche genau. Für das Gebiet zwischen Lohme und Saßnitz sei kürzlich eine Geo-Gefahrenhinweiskarte abgeschlossen worden, betonte Niedermeyer.

dpa

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