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Werbeportal der Bundeswehr von Künstlergruppe mit kritischem Inhalt nachgebaut

„Mach, was wirklich zählt“ Werbeportal der Bundeswehr von Künstlergruppe mit kritischem Inhalt nachgebaut

Die zentrale Webseite der neuen Werbekampagne der Bundeswehr „Mach, was wirklich zählt“ ist am Montag von einem Künstlerkollektiv fast täuschungsecht nachgebaut worden.

Screenshot "www.machwaszaehlt.de" am 23.11.2015 um 14.00 Uhr

Quelle: Screenshot Web

Leipzig/Berlin. Anfang November hat die Bundeswehr eine neue Arbeitgeberkampagne gestartet. Unter dem Titel „Mach, was wirklich zählt“ werden seither auf Plakatwänden, in Werbespots und im Internet die verschiedenen Berufsbilder im Dienst der Armee vorgestellt und damit um Mitarbeiter geworben. Am Montag wurde die zentrale Webseite www.machwaswirklichzaehlt.de nachgebaut und als www.machwaszaehlt.de wiederveröffentlicht. Statt Daten und Fakten zu den einzelnen Bundeswehrberufen weist das kopierte Portal explizit auf vermeintliche Schattenseiten im Dienst bei der Armee hin.

Die kopierte Webseite ist dabei nicht anonym ins Netz gestellt worden. Am Seitenende haben sich „ Die Populistinnen – Agentur für Zivilgesellschaft“ als Urheber genannt. Die Gruppe will sich laut Selbstauskunft auf ihrer Webseite „aufgrund der Verschärfung der sozialen, ökonomischen, ökologischen und philosophischen Krisen einerseits und des einschläfernden Zustands der Zivilgesellschaft andererseits“ mit allen Mitteln gegen Unrecht jeder Art einsetzen. „Wir werden zwei Jahre mit Mitteln des Theaters, investigativem Journalismus und subversiver Kampagnenkunst gesellschaftlich relevante Themen bearbeiten und zu einer großen Öffentlichkeit und politischen Durchschlagskraft verhelfen“, heißt es weiter auf ihrer Webseite.

Die Populistinnen gehören angeblich auch zum Netzwerk der Berliner Künstlergruppe „Peng Collectiv“, das bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Aktionen für Aufsehen sorgte. So präsentierte sich Peng schon als Vertreter der CDU, die Weihnachtspostkarten mit abgeschobenen Flüchtlingen verteilten und gaben sich bei der Re:publica-Konferenz als Mitarbeiter von Google aus, die neue Überwachungstechnik vorstellten.

Mit ihrer Kampagne „Mach, was wirklich zählt“ will die Bundeswehr auch anhand von provokanten Statements Denkanstöße zur eigenen Arbeit geben, hieß es bei der Vorstellung Anfang November. „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“, „Bei uns geht es ums Weiterkommen. Nicht nur ums Stillstehen“, steht seither auf mehr als 30.000 Plakaten, fünf Millionen Postkarten sowie Riesenpostern in elf ausgewählten Städten Deutschlands.

mpu

Update: In einer früheren Version des Textes hieß es, die Originalseite sei gehackt worden. Das ist nicht richtig. Die Seite wurde unter einer ähnlichen Domain nachgebaut.

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