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Wintersturm fegt über die USA - Amerika bibbert bei Rekordtemperaturen im „Windchill“

Wintersturm fegt über die USA - Amerika bibbert bei Rekordtemperaturen im „Windchill“

Wer am Wochenende einige der Ratschläge zum Wintersturm in den USA verfolgte, konnte glauben, die Amerikaner seien dem Untergang geweiht. „Bewahren Sie folgende Dinge in ihrem Auto auf“, empfahl eine Versicherung auf Twitter, als eisige Winde und Schneemassen über das Land fegten: „Handy und Ladegerät, Schaufel, Decken, Taschenlampe, Essensvorräte, Wasser, Verbandskasten, zusätzliche Kleidung“.

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In dicke Winterkleidung eingepackt stapfen die Bewohner von US-Metropolen durch Schneemassen. Am Wochenende fegen eisige Winde über die USA.

Quelle: dpa

Washington. Zeitungen bezeichneten das Wetter als „Snowpocalypse“ - als Apokalypse im Schnee.

In einigen Bundesstaaten kam es dann tatsächlich zu einer Art Ausnahmezustand - zumindest auf den Messgeräten der Meteorologen. Die Neuengland-Staaten und Teile des Mittleren Westens rüsteten sich am Wochenende für die kältesten Temperaturen seit 20 Jahren. An manchen Orten wurden laut Nationalem Wetterdienst für Montag gefühlte Temperaturen von minus 50 Grad Celsius erwartet. Der sogenannte „Windchill“, die durch den Wind verstärkte Kälte, könne nach nur zehn Minuten Frostbeulen verursachen, warnten TV-Sender.

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Washington. Ein seit Tagen in den USA wütender Schneesturm hat Millionen Amerikanern einen bitterkalten Start ins neue Jahr beschert. Der Nationale Wetterdienst kündigte für das Wochenende Temperaturen von minus 30 und eine gefühlte Kälte von minus 45 Grad Celsius an. Der sogenannte „Windchill“, die durch den Wind verstärkte Kälte, könne nach nur zehn Minuten Frostbeulen verursachen, warnten TV-Sender.

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Laut CNN dürften bis Mitte kommender Woche rund 140 Millionen Menschen betroffen sein. Die Rekordwerte veranlassten Minnesotas Gouverneur Mark Dayton zu dem seltenen Schritt, gleich im gesamten Bundesstaat für Montag den Schulunterricht buchstäblich auf Eis zu legen. Das letzte Mal geschah das in einem Schneesturm im Jahr 1997. Die Sicherheit der Kinder sei oberste Priorität, sagte Dayton - obwohl einige Eltern Probleme hatten, so kurzfristig einen Ersatz zum Aufpassen zu finden. Bei den für Montag in Minnesota vorhergesagten Tiefstwerten von minus 27 Grad Celsius wollte kaum jemand seine Kinder vor die Tür schicken.

In Metropolen und an Verkehrsknotenpunkten wurden Autofahrer und Reisende auf eine harte Probe gestellt. In New York trug der Wind die Schneemassen bis weit in die U-Bahnhöfe und sorgte für verschneite Bahnsteige im Untergrund. In der Millionenmetropole machte der Schneesturm selbst vor der Weltpolitik keinen Halt: Das UN-Hauptquartier am East River in Manhattan musste zwischenzeitlich seine Türen schließen, wie die UN auf ihrer Website mitteilten.

Auch der Profi-Sport rüstete sich vor den „gefährlich kalten Temperaturen“, die der Nationale Wetterdienst vorausgesagt hatte. Football-Spieler in Wisconsin bereiteten sich für Sonntag auf eine der kältesten Partien aller Zeiten vor. Hunderte Fans schaufelten am Wochenende freiwillig die Tribünen frei, um das Match in der Profi-Liga NFL trotz des Winterwetters im Stadion sehen zu können. Die Betreiber kündigten an, kostenlos Kaffee, heiße Schokolade und 70.000 Handwärmer an die Fans verteilen zu wollen.

Kommentatoren erinnerten an den legendären „Ice Bowl“ (Eis-Partie) von 1967. Damals konnten Schiedsrichter ihre Trillerpfeifen wegen der Kälte nicht mehr einsetzen. Die Lippen von Musikern der Stadionband froren an den Mundstücken ihrer Blasinstrumente fest. Der sonst etwas elastische Football aus Leder wurde in der Kälte hart wie Stein. Das Spiel der Teams aus San Francisco (Kalifornien) und Green Bay (Wisconsin) am Sonntag könnte zur kältesten NFL-Partie aller Zeiten werden.

Während die Amerikaner zitterten und bibberten, bot sich aus dem Weltraum ein wunderschöner Anblick der Schneemassen. Aufnahmen eines Satelliten der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten Nordamerika aus dem All - zwei Drittel des Kontinents waren komplett mit Weiß bedeckt.

Johannes Schmitt-Tegge, dpa

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