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Zugkatastrophe in Spanien: Mindestens 78 Tote und 130 Verletzte - Bahn fuhr viel zu schnell

Zugkatastrophe in Spanien: Mindestens 78 Tote und 130 Verletzte - Bahn fuhr viel zu schnell

Bei dem schwersten Bahnunglück in Spanien seit rund 40 Jahren sind nach vorläufigen Angaben 78 Menschen ums Leben gekommen. Von den etwa 130 Verletzten waren 20 in kritischem Zustand, teilten die Behörden der Region Galicien im Nordwesten des Landes am Donnerstag mit.

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Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Zugunglück im Nordwesten Spaniens steigt weiter.

Quelle: Lavandeira JR

Santiago de Compostela. Die Katastrophe nahe der Pilgerstadt Santiago de Compostela war das erste tödliche Unglück auf einer Strecke des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Nach ersten Erkenntnissen war der Schnellzug etwa vier Kilometer vor dem Bahnhof des Wallfahrtsortes mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve eingebogen und entgleist.

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Santiago de Compostela. Bei dem schwersten Bahnunglück in Spanien seit rund 40 Jahren sind nahe der Pilgerstadt Santiago de Compostela nach vorläufigen Angaben 78 Menschen ums Leben gekommen. Von den etwa 130 Verletzten waren 20 in kritischem Zustand, teilten die Behörden der Region Galicien im Nordwesten des Landes am Donnerstag mit. Der Lokführer räumte nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein, viel zu schnell gefahren zu sein.

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Zug fuhr viel zu schnell

Der Lokführer räumte nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein, viel zu schnell gefahren zu sein. Der Zug sei mit etwa 190 Stundenkilometern unterwegs gewesen, obwohl in der Unglückskurve höchstens Tempo 80 zulässig gewesen sei. Über den Grund für die überhöhte Geschwindigkeit wurde zunächst nichts bekannt.

In dem Zug waren zwei Lokführer unterwegs. Beide überlebten nahezu unverletzt. Einer von ihnen soll in einem Gespräch mit seinen Vorgesetzten immer wieder in sein Handy gerufen: „Wir sind entgleist! Was können wir tun?“

Die staatliche Bahngesellschaft Renfe warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen. Renfe-Präsident Julio Gómez-Pomar erklärte, der Unglückszug sei am Morgen vor dem Unfall inspiziert worden. Polizei- und Eisenbahnexperten untersuchen die Unfallursache. Einen Anschlag schlossen die Ermittler aus. Ministerpräsident Mariano Rajoy, der selbst aus Santiago stammt, besuchte am Donnerstag die Unfallstelle.

Waggons wurde auseinandergerissen

Der Unglückszug war am Mittwoch auf der Fahrt von Madrid zur Küstenstadt Ferrol im Nordwesten Spaniens. An Bord waren etwa 220 Passagiere. Die Bergungsmannschaften durchsuchten am Donnerstagmorgen die beiden am schwersten zerstörten Waggons und stellten fest, dass sich dort keine weiteren Opfer befanden. An der Unfallstelle hatten die ganze Nacht über Rettungskräfte gearbeitet. Die Menschen wurden zu Blutspenden aufgerufen.

Die Waggons des Zuges wurden bei dem Unglück auseinandergerissen und sprangen aus den Schienen. Einige Wagen prallten neben den Gleisen gegen eine Betonwand und stürzten um, andere Waggons verkeilten sich ineinander. Ein Wagen flog sogar über die Begrenzungsmauer hinweg.

Papst und Kanzlerin übermitteln Anteilnahme

Papst Franziskus zeigte sich betroffen über das Bahnunglück. Der Papst sei über den Unfall informiert worden und im Schmerz mit den Familien und Angehörigen der Opfer verbunden, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwochabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro, wo sich Franziskus bis Sonntag anlässlich des Weltjugendtages zu seiner ersten Auslandsreise aufhält. Lombardi bat vor Beginn der täglichen Pressekonferenz um eine Gedenkminute für die Opfer.

Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte ebenfalls erschüttert und übermittelte die Anteilnahme Deutschlands „in diesen Stunden des Schmerzes“. „Die Bilder von der Unglücksstelle lassen das entsetzliche Leid nur erahnen“, schrieb Merkel in einem Telegramm an Rajoy. Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bekundete seine Trauer.

Staatstrauer in Galizien

Am kommenden Wochenende hatte in Santiago de Compostela ein großes Fest zu Ehren des Heiligen Jakobs stattfinden sollen. Die Stadt sagte die Feierlichkeiten, die das wichtigste Fest des Jahres in der Pilgermetropole sein sollten, wegen des Zugunglücks ab. Stattdessen wurde eine einwöchige Staatstrauer in Galicien angeordnet.

dpa

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