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Polizeiticker Weltweit Zugunglück von Bad Aibling durch menschliches Versagen
Nachrichten Polizeiticker Weltweit Zugunglück von Bad Aibling durch menschliches Versagen
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14:43 16.02.2016
Zugunglück Bad Aibling. Quelle: dpa
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Das Zugunglück von Bad Aibling mit elf Toten und mehr als 80 Verletzten geht nach Angaben der Ermittler auf menschliches Versagen zurück. Gegen den Fahrdienstleiter sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte am Dienstag der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese in dem oberbayerischen Kurort.

Der Fahrdienstleiter ist nach Angaben der Ermittler 39 Jahre alt und hat mehrjährige Berufserfahrung. Der Mann hatte seinen Dienst am Unglückstag um 5.00 Uhr morgens begonnen. Unmittelbar nach dem Unglück wurde gegen den zuständigen Fahrdienstleiter ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese. „Wir sind bis heute dabei, ein riesiges Puzzle zusammenzusetzen. Dann klären wir: Wo stehen wir, wo steht der Beschuldigte“, so Giese weiter. 71 Fahrgäste wurden von den Ermittlern als Zeugen vernommen, darunter auch 19 Schwerverletzte.

Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen wurde ein Sondersignal gegeben, das nicht hätte gegeben werden dürfen. Der Fahrdienstleiter habe, als er seinen Fehler bemerkt habe, noch einen Notruf abgesetzt, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz. „Aber der ging ins Leere.“ Die Einlassung des Beschuldigten war nach Angaben der Ermittler „in sich plausibel“. Zum Inhalt wollten sie sich zunächst nicht äußern.

„Was wir momentan haben, ist ein furchtbares Einzelversagen“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz. In Untersuchungshaft ist der betroffene Fahrdienstleiter derzeit nicht. „Man muss nicht davon ausgehen, dass hier ein Haftgrund vorliegt“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese. Es gehe um eine fahrlässige Tat, nicht um eine vorsätzliche und um einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren. Der Fahrdienstleiter wurde in Absprache mit seinen Verteidigern an einen sicheren Ort gebracht, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz: „Ihm geht es nicht gut.“ Die Staatsanwaltschaft kenne aber den Aufenthaltsort.

Das RedaktionsNetzwerks Deutschland, dem auch die LVZ angehört, hatte bereits kurz nach dem Unglück entsprechend berichtet. Nach Informationen, die aus Ermittlerkreisen vorlagen, habe ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch „quasi von Hand durchzuwinken“. Der Triebwagen hätte, um dem entgegenkommenden Zug auszuweichen, rechtzeitig einen sogenannten Begegnungspunkt erreichen müssen: Dort ist die ansonsten eingleisige Strecke zweigleisig ausgebaut. Doch der Triebwagen schaffte es nicht rechtzeitig bis zu diesem Punkt. Dennoch bekam der entgegenkommende Zug grünes Licht. „Der fuhr auf Ersatzsignal“, formulierte es ein Ermittler. Das bedeute: Auf Weisung aus dem Stellwerk habe der Lokführer weiter fahren dürfen, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot stand. Nichtsahnend sei der Lokführer dann aus dem zwei- wieder in den eingleisigen Streckenabschnitt gefahren – und geradewegs in die Katastrophe gesteuert.

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