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Wirtschaft 0180-Anrufe dürfen keine Zusatzkosten verursachen
Nachrichten Wirtschaft 0180-Anrufe dürfen keine Zusatzkosten verursachen
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11:42 02.03.2017
Wer bei einer 0180er-Nummer anruft, rechnet meist schon damit, dass es teuer werden kann. Quelle: dpa
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Luxemburg

Die Luxemburger Richter begründeten die Entscheidung am Donnerstag damit, dass zu hohe Telefongebühren bei 0180-Service-Nummern Verbraucher davon abhalten könnten, sich im Zusammenhang mit ihrem bestehenden Vertrag an ein Unternehmen zu wenden. Die Kosten dürfen demnach nicht höher sein als bei Telefonaten unter gewöhnlichen Festnetz- oder Mobilfunknummern.

Hintergrund ist ein Verfahren am Landgericht Stuttgart. Dort ist der Online-Elektro-Händler Comtech angeklagt, der früher eine kostenpflichtige 01805-Service-Hotline geschaltet hatte. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs wirft Comtech daher eine „unlautere geschäftliche Handlung“ vor.

Eine EU-Richtlinie soll Verbraucher eigentlich davor schützen, dass für einen 0180-Anruf viel höhere Kosten als für einen normalen Festnetzanruf anfallen. Doch in Deutschland herrscht Unklarheit, wie die Vorgabe auszulegen ist.

Deshalb fragte das Stuttgarter Gericht beim EuGH nach, wie die entsprechende EU-Verbraucherrechte-Richtlinie auszulegen ist. 0180-Nummern können in Deutschland bis zu 14 Cent pro Minute oder 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz kosten.

Wie viel darf ein Anruf kosten?

Wer bei einer 0180er-Nummer anruft, rechnet meist schon damit, dass es teuer werden kann. Wie hoch das Entgelt sein darf, ist aber festgelegt. Verbraucher können das auf der Internetseite der Bundesnetzagentur herausfinden. So darf ein Anruf zum Beispiel bei einer 0180-1er-Nummer höchstens mit 3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz und maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz zu Buche schlagen.

Die Bundesnetzagentur weist außerdem darauf hin, dass Anbieter bei der Angabe einer 0180-er-Rufnummer nicht nur den Preis für Anrufe aus dem Festnetz angeben müssen, sondern auch den Höchstpreis für Anrufe aus dem Mobilfunknetz. Verbraucher können Verstöße gegen diese Regelung bei der Bundesnetzagentur melden. Dafür bietet die Behörde extra ein Online-Formular an.

Das Telekommunikationsgesetz legt außerdem Preishöchstgrenzen für die Service-Dienste bei 0180er-Nummern fest. Aus dem Festnetz darf der Anruf demnach höchstens 0,14 Euro pro Minute oder 0,20 Euro pro Anruf und aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 Euro pro Minute oder 0,60 Euro pro Anruf betragen. Die Abrechnung dürfe höchstens im 60-Sekunden-Takt erfolgen.

Von dpa/RND

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