Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft 57 Staaten gründen Asien-Infrastrukturbank
Nachrichten Wirtschaft 57 Staaten gründen Asien-Infrastrukturbank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 29.06.2015
Jin Liqun, früher chinesischer Vizefinanzminister, soll aller Voraussicht nach Präsident der neuen Infrastrukturbank. Quelle: Wang Zhao
Anzeige
Peking

t. Die Gründungsakte wurde bei einer Feier in der Großen Halle des Volkes unterzeichnet. 57 Staaten beteiligen sich.

Die Entwicklungsbank, die ein Gründungskapital von 100 Milliarden US-Dollar hat, soll dem wachsenden Finanzierungsbedarf für Infrastrukturprojekte in Asien nachkommen. Die USA und Japan beteiligen sich nicht an der Bank. Kritiker warnen, sie könnte eine mögliche Konkurrenz zu Weltbank, Währungsfonds (IWF) und Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) werden.

Aus Sicht Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs oder anderer Mitgliedsstaaten soll die Infrastrukturbank aber vielmehr ergänzend zu den bestehenden globalen Finanzorganen und nach hohen internationalen Standards arbeiten.

China hat mit 26,06 Prozent der Anteile eine entscheidende Mehrheit. Vizefinanzminister Shi Yaobin betonte aber, dass China "nicht absichtlich ein Veto-Recht anstrebt". In der Anfangsphase sei diese Mehrheit das "natürliche Ergebnis" der gegenwärtigen Regeln. Chinas Anteil könne aber schrumpfen, wenn weitere Mitglieder hinzukämen, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Indien ist mit 7,5 Prozent und Russland mit 5,9 Prozent dabei, wie informierte Kreise berichteten. Für asiatische Mitglieder sind drei Viertel der Stimmrechte reserviert. Deutschland zahlt 900 Millionen US-Dollar (805 Mio Euro) ins Gründungskapital und gibt für den Zeitraum 2016 bis 2019 Kreditgarantien in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar.

Der Präsident der neuen Infrastrukturbank wird aller Voraussicht nach der frühere chinesische Vizefinanzminister Jin Liqun. Er genießt einen guten Ruf als erfahrener Banker, spricht fließend Englisch und hatte bereits führende Funktionen in der Asiatischen Entwicklungsbank inne. Über den Führungsposten und das Direktorium, das als Aufsichtsorgan funktioniert, wird bis Herbst entschieden.

Die in Peking ansässige Bank soll bis Anfang 2016 ihre Arbeit aufnehmen. In Zukunft soll es auch Regionalbüros geben. Großbritannien macht sich Hoffnung, ein Regionalbüro an den Finanzplatz London zu holen, und hatte deswegen frühzeitig seine Mitgliedschaft in der AIIB gegen den Widerstand der USA verkündet. Doch hat auch Frankfurt gute Chancen, hieß es.

Nach ihrem anfänglichen Widerstand gegen die neue Infrastrukturbank sind die USA inzwischen umgeschwenkt und haben erklärt, mit dem Finanzorgan ähnlich zusammenarbeiten zu wollen wie mit anderen internationalen Finanzinstituten. Weltbank, Währungsfonds oder ADB begrüßten die neue Infrastrukturbank und wollen mit ihr kooperieren.

"Anstatt ein Wettbewerber zu sein, wird die neue Bank die bestehende internationale Wirtschaftsordnung ergänzen und China in die Lage versetzen, mehr globale Verantwortung zu übernehmen", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua chinesische Vertreter.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trotz der überraschenden Lockerung der Geldpolitik durch Chinas Zentralbank haben die chinesischen Börsen ihre Talfahrt der vergangenen Woche fortgesetzt. In Shanghai fiel der Composite Index um 3,34 Prozent auf 4053,03 Punkte, während der Component Index in Shenzhen um 5,78 Prozent auf 13 566,27 Punkte absackte.

29.06.2015

Verbraucher verschulden sich besonders häufig, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war dies bei 19 Prozent der Personen der Hauptauslöser, die im vergangenen Jahr Unterstützung bei einer Schuldnerberatungsstelle suchten.

29.06.2015

Die Online-Plattform AirBnB, über die Privatleute für kurze Zeit Wohnungen vermieten können, hat sich laut einem Zeitungsbericht 1,5 Milliarden Dollar bei Investoren besorgt.

29.06.2015
Anzeige