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Aktienmärkte erleben "Black Friday" nach Brexit-Votum

Börsen Aktienmärkte erleben "Black Friday" nach Brexit-Votum

Damit hatte zuletzt kaum noch ein Anleger gerechnet: Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten sind entsprechend gewaltig. Aktien brechen ein, die Anleger flüchten sich in sogenannte sichere Häfen.

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Robert Halver, Kapitalmarkt-Experte der Baader Bank, im Handelssaal der Börse, nachdem die Briten für einen EU-Austritt gestimmt haben.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. "Black Friday" an der Börse: Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hat am Freitag die Aktienmärkte in Europa und Asien einbrechen lassen. Der Dax fiel im frühen Handel um 8,00 Prozent auf 9436,92 Punkte. Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex sogar 10 Prozent verloren.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 9 Prozent ab, genauso wie der französische CAC 40. An der Londoner Börse knickte der FTSE 100 um gut 8 Prozent ein. Damit erleben Europas Börsen die größten Verluste seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Zuvor war bereits der japanische Nikkei-225-Index um annähernd 8 Prozent gefallen.

"Alle sind falsch positioniert", sagte ein Börsianer am frühen Morgen. "Keiner hat damit gerechnet, dass die Briten wirklich austreten. Jetzt gibt es immensen Absicherungsbedarf." Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent angesprungen.

Ein Drittel der Dax-Werte standen nun am Freitagmorgen prozentual zweistellig im Minus. Vor allem Bankenwerte gerieten massiv unter Druck. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brachen zwischen 15 und 16 Prozent ein. Die Allianz-Aktie fiel um 13 Prozent. Das Finanzzentrum London und die gesamte Finanzindustrie gelten mit als größte Verlierer des Brexit.

Auch die Aktien der exportlastigen Autobauer fielen deutlich, genauso die Papiere der in Großbritannien engagierten Versorger RWE und Eon. Vergleichsweise gut hielten sich die als wenig konjunktursensibel geltenden Aktien von Konsumgüterkonzernen wie Henkel oder Beiersdorf oder auch die Papiere des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia mit Verlusten zwischen 2 und 5 Prozent.

"An der Börse muss man auch stets das Unmögliche denken", sagte Marktexperte Daniel Saurenz. Dies hätten die Investoren zuletzt offenbar nicht mehr getan. Der bislang schwärzeste Tag im Dax war 1989 mit einem Rutsch um letztlich 12,81 Prozent. Um diesen Negativrekord einzustellen, müsste der Dax aber deutlich unter 9000 Punkte abrutschen.

Auch abseits des Aktienmarktes sorgte das Brexit-Votum für extreme Verwerfungen: Während das Pfund einbrach und zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985 fiel, war vor allem der japanische Yen als Fluchtwährung gesucht. Auch Gold und Anleihen waren am Morgen als "sichere Häfen" gefragt.

dpa

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